ist im Gegensatz zum Bischof Nikolaus eine dunkle Gestalt, der eine Kette am Fußangebunden, und den Pelz„ letz"=== verkehrt angezogen hat. In der Batschka hieß dieselbeSchreckgestalt„ Pelznickel" 646). In der Schwäbischen Türkei trieben die„ Klosa“ ihrSpiel. Bei ihnen spielten Flederwisch und Strohklasen mit dem Esel mit; sie gehörtenwohl zu den urtümlichsten Gestalten. 647) Von einem solchen Nikolausspiel ist wohlnur mehr die Erinnerung lebendig geblieben. In Sathmar waren es oft fünf weiße„ Klosa",der Tod, der„ Strohsack" und der„ Schwarze“, die zuerst gemeinsam beteten, ehe sie sichvon den Mädchen einkleiden ließen und ins Dorf zogen. Die Klosa und der Tod trugenweiße Mädchenkleider und weiße Gesichtsmasken, der Tod Sense und Haue. Der Stroh-sack war dick, mit Stroh ausgestopft und trug eine schwarze Maske. Auch der Teufelverbarg sein Gesicht hinter einer schwarzen Gesichtsmaske mit zwei Hörnern, am Rückenund auf der Brust hatte er Kuhglocken befestigt, und um die Hüften Ketten. Hinter dieserGruppe gingen Burschen, die Äpfel in Säcken trugen. Beim Haus sagten sie:„ Gelobt seiJesus Christus." Dann fragten sie die Kinder nach dem Katechismus, aus und konntensie alles zur Zufriedenheit beantworten, bekamen sie Geschenke, schlimme Kinder aberdie Peitsche zu spüren. 648) In den Sudetenländern gab es auch allerlei Brauchformen.Dort hieß der Nikolaus„ Niklas“ und kam allein, aber auch in schreckhafter Begleitung.Diese war entweder der Krampus oder die„ Luzia", manchmal ritt er auch auf einem Esel.Sack, Kette und Rute durften dabei nicht fehlen 649). In Eger hieß die Begleitfigur desBischofs Nikolaus„ Zemba". Das war eine teufelsähnliche Gestalt in Schwarz und Rot,mit einer langen roten Zunge, Kette und Besenrute. 650)
In den Lagern und Siedlungen sind die Begleitfiguren verschwunden. Die Paroleder katholischen Kirche, den Krampus als heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag heidnische Zutat mehr und mehr zu meiden,fiel auf fruchtbaren Boden 651)( Abb. 42).
Die Bescherung war früher denkbar einfach, wie weiter oben angegeben. Erst diestädtische Umgebung verlockt, den Kindern auch größere Geschenke zu machen. Vereinzeltaber gibt es noch einen„ Belzebock“ und„ Pelznickel", wie etwa im Lager Haid.
Weihnachten
Der Weihnachtsfestkreis hat in den hier behandelten Lebensräumen, indenen deutsche Menschen siedelten, zahlreiche Brauchformen entstehen lassen. AlleEinzelzüge aufzuzeigen ginge über den Rahmen einer solchen Zusammenschau hinaus.Übereinstimmend verlief die Bescherung am h1. Abend bei allen DeutschenUngarns etwa so: Das Christkind brachte den Kindern Apfel,„ Niẞ un Leckwar",manchmal auch Spielsachen und einen kleinen, aber schönen mit Gebäck und Glitzer-sachen und Sternen geschmückten Christbaum. Oft war es auch nur ein Nadelzweig, deraufgeputzt, in einem Topf steckte. Die schlimmen Kinder aber mußten sich in Acht neh-men: denn sie kriegten eine scharfe Rute. 652)
Im böhmischen Raum fand die Bescherung durch das Christkind erst nach der Metteoder am nächsten Feiertagmorgen statt. Meist„ legte das Christkind auf dem Teller ein"und später, als der Christbaum von der Stadt aufs Land kam, unter diesen. Aus demSudetenraum erfahren wir, daß das Christkind mit einem Röẞ1 ankam. Vor dem Hausbereiteten die Kinder deshalb eine Schlittenbahn für das Christkind und bestreuten sie mit
646) Handwörterbuch des Grenz- und Auslanddeutschtums, Bd. I, S. 320.
647) A. Karasek- Langer, Weihnachtsbräuche der Donauschwaben(„ Neuland", 2. Jg.,Nr. 49/50, 1949.
118
648) H. Moser, Schwäbische Mundart, wie 418, S. 151.
649) A. John, Sitte, wie 546, S. 6.
650) Egerland- Jugend, wie 332.
651) M. Gratz, Siedlung Langholzfeld.
652) R. Hartmann, Deutsche Volkskunde in Ungarn, wie 407, S. 220.