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Volkskunde der heimatvertriebenen Deutschen im Raum von Linz
Entstehung
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Nach den Ergebnissen der Volkszählung vom Dezember 1951 lebten in Oberöster-reich bei einer Wohnbevölkerung von 1,103.720 Personen 111.370 Nichtösterreicher,das heißt 10% der Einwohner waren Ausländer 7). Diese Zahl ergibt bei einem Vergleichmit der Gesamtzahl der Flüchtlinge in Österreich, daß 30% aller Heimatvertriebenen inOberösterreich lebten 8). Nach einer Radiomeldung des Senders Linz vom 26. August1957 ist ein Sinken der Bevölkerungszahl im Vergleich zu den Ziffern von 1951 zu ver-zeichnen, das auf die dauernde Abwanderung der Volksdeutschen zurückzuführen ist.

In Oberösterreich bilden die Donauschwaben die stärkste Flüchtlings-gruppe 9). Im Mai 1945 waren über 80.000 Donauschwaben im Land, 1946 bis 1948erfolgt ein ständiger Zuzug aus Jugoslawien und den anderen Donauländern, so daßallein die aus Jugoslawien stammenden Volksdeutschen Ende 1948 60.000 Seelen zäh-len. Seither ist ihre Zahl gesunken, doch sind schätzungsweise 40% aller Volksdeutschenin Oberösterreich Donauschwaben. Etwa ein Drittel der Donauschwaben wohnt im BezirkLinz.

Von den in ganz Österreich lebenden 137.000 heimatvertriebenen Sudeten-deutschen 10) befinden sich 36% in Wien und 21% in Oberösterreich. 1950 wurdeihre Zahl auf 16.000 geschätzt 11). Diese Zahl umfaßt auch Angehörige des Karpa-tendeutschtums, die allgemein als Volksdeutsche aus der Tschechoslowakei an-gesprochen werden, während sie richtiger als Deutsche der Slowakei bezeichnet werdenmüßten. Ihre Zahl ist sehr gering.

Der Großteil der etwa 20.000 nach Österreich evakuierten SiebenbürgerSachsen fand in Oberösterreich Aufnahme. Ihre Zahl ist 1954 mit etwa 16.000 bis17.000 anzusetzen.

1945 flüchteten viele der im Osten Deutschlands in den von Polen abgetrenntenGebieten angesiedelten Bukowina- Deutschen nach Österreich. Zusammen mit den schon1940 hierher umgesiedelten Volksdeutschen waren 1945 aus der Bukowina fast 20.000Menschen dieser Volksgruppe in Österreich, davon 11.000 in Oberösterreich. Sie wurdennach dem Krieg als Staatenlose behandelt, doch wurde 1951 die ihnen während des Krie-ges verliehene deutsche Staatsbürgerschaft anerkannt. Der größte Teil der Bukowina- Deut-schen ist inzwischen nach Deutschland abgewandert, es dürften noch etwa 2000- 3000Angehörige dieser Volksgruppe in Oberösterreich verblieben sein 12).

Auch an Polendeutschen dürften sich in Oberösterreich etwa 2000 bis3000 Personen aufhalten. Auf Grund des am 3. 11. 1939 zwischen Deutschland und derSowjetunion abgeschlossenen Umsiedlungsvertrages wurden aus Galizien 55.000 Volks-deutsche, aus Wolhynien 64.534 und aus dem Kolmer und Lubliner Land 32.000Deutsche umgesiedelt.

7) H. Commenda: Oberösterreich 1945- 1950, eine volkskundliche Schau"( Jahrbuch desO.-O. Musealvereines, 96. Bd., Linz 1951).

8) H. Strachotinsky v. Strachotin: Das Zahlenbild der Volksdeutschen( Berichte undInformationen, 284/51).

9) Im Raum der donauschwäbischen Siedlung( Raum der Raab im Nordwesten und der Tscherna imSüdosten) lebten 1941 1,926.816 Donauschwaben, von ihnen befinden sich heute noch schätzungsweise550.000 im alten Siedlungsgebiet. Es fehlen in diesem Raum mehr als 1,300.000 Menschen. Ein Teil hatZuflucht in Deutschland und Österreich gefunden: Deutschland 473.907, Osterreich 160.442, etwa 600.000Menschen fielen der Vernichtung zum Opfer. Vgl. L. Rohrbacher: Ein Volk ausgelöscht, Salzburg 1949.Die Donauschwaben zwischen gestern und heute, Festschrift zur Fünfzig- Jahr- Feier des Schwaben-vereines Wien, Juni 1957.

Eine genaue Zahl der z. Z. in Oberösterreich lebenden Donauschwaben anzugeben ist schwierig, weilsie in den Statistiken nach ihrem Einwanderungsland als Volksdeutsche aus Jugoslawien, Rumänien, Ungarnu. a. geführt wurden.

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Vgl. A. Nargang, wie 5, S. 16.

10) Stand 1954, Nachweis des Innenministeriums.

11) Vgl. H. Commenda, Anm. 7.

12) A. Nargang, wie 5, S. 23.