57. Der Lampldiab
Eines der spielenden Kinder steht als Hirt mitten im Kreise der anderen, die Läm-mer darstellen, und hält sich mit den Händen die Augen zu. Der„ Lampldiab"schreitet außen herum.
Hirt:„ Wer geht um, wer geht um?"
Lampln:„ Der Lampldiab".
Hirt:„ Daß d' ma hòlt koa Lampl net stiehlst!"
Lampldiab:„ Is eh da Riegl guit zui!"
Nach dem kurzen Wechselgespräche klopft der Dieb einem Lamm auf den Rük-ken, das mit ihm unbemerkt fortgeht. Dann kommt er zurück und holt nach demgleichen Gespräch das nächste Lamm aus dem Kreise. Das setzt sich fort, bis all-mählich alle„ Lampln“ weggeholt sind. Diese entlaufen nun dem Diebe und jetztendlich merkt der Hirt, daß er allein steht. Er läuft ihnen nach und fängt eines.
58. Brot bòcha
Die Spieler sitzen hintereinander in einer Reihe auf dem Boden, einer im Schoßedes anderen. Jeder hat die Hände um den Leib des vor ihm Sitzenden geschlungen.( In manchen Orten stehen sie einfach hintereinander). Der„ Bäcker" geht voneinem zum anderen, fährt ihm mit der Hand rund über den Kopf( er„ kugelt" ihn)und spricht dabei:
„ Loaberl, Loaberl Brot,
' s Mehl aus' n Sòck,
' s Wòssa aus' n Brunn,
Mòch ma's Loaberl kuglrund."
Jetzt kommt der„ Bauer" nachsehen:
,, Kinn' ma' s Brot schon ausnehma?"
Bäcker:„ Na,' s pickt no."
Da geht der Bauer wieder fort, kommt aber bald zurück:
,, Kinn' ma' s Brot schon ausnehma?"
Bäcker: ,,' s is schon verbrennt."
Nun wird das zuvorderst sitzende Kind an beiden Händen gefaßt und mitAnstrengung hochgerissen. Bäcker und Bauer müssen fest anziehen, da die Sitzen-den ihre Vorderleute festhalten. Ist das erste losgemacht, so wird das nächste gefaßt,bis endlich alle aufgezogen sind.
Fünf bis zehn Spieler sind die„ Kinder", die nebeneinander in der Obhut der,, Mutter" stehen. Da kommt die„ Dirn" daher und fragt:
,, Brauchen s' a Dirn?"
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