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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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ster, die im ausgehenden 19. Jh. bei den großen Bauten bis etwa150 cm Höhe erreichen und dann bereits in zwei Flügel und eineOberlichte geteilt sind. Die schmalgiebeligen Häuser weisen amGiebel im Erdgeschoß meistens zwei, die breitgiebeligen dreiFenster auf. Die traufseitige Einteilung ist im allgemeinen sym-metrisch. Im Giebeldreieck befindet sich auch bei den schmalgie-beligen Häusern zumindest ein Fenster, meist zwei; bei den breit-giebeligen Häusern sind es gewöhnlich zwei und ein drittes, dar-überliegendes, doch auch andere Gruppierungen kommen vor.

Die Böden sind bei den schmalen Bauten im Flur ursprünglichLehm- oder Steinböden, bei den größeren Bauten Steinböden, dieoft aus regelmäßigen, rechteckigen Steinplatten bestehen. NeuereZementböden bleiben bei Häusern wirtschaftlich schwacher Besitzeroft frei, während in den größeren Bauten meist Verfliesungen vor-genommen werden, wenn man die Steinplatten entfernt. Die Bödenin den Wohnräumen sind stumpf gefügte Bretterböden oder bereitsneuere Schiffböden.

Die Decken sind vorwiegend Dippelbalkendecken, Rauchküchen undFlure sind oft gewölbt, wobei das Gewölbe in der Küche jedochhäufig entfernt wurde. Gegen Ende des Jahrhunderts kommen Blind-böden auf, die zum Teil die Dippelbalkendecken ersetzen.

Das Dach ist ein Sparrendach oder auch ein Stichbalkendach,das durch einen Kehlbalken verstärkt ist. Stehende Stühle oderauch kurze" Satzin" sind, besonders bei großen Spannweiten, oftprimär. In einigen Fällen- meist an nicht rein bäuerlichen Ge-bäuden konnten auch liegende Stühle nachgewiesen werden, dieden Einfluß bereits hoch ausgebildeter Zimmerer erkennen lassen.Das Deckmaterial ist im allgemeinen von Anfang an Ziegel, sodaẞdie Dachstühle schon entsprechend dimensioniert sind.

Glatt verputzte und einfärbig gestrichene Häuser gibt es,außer nach jüngeren Renovierungen, nicht. Stets sind auch beiHäusern wirtschaftlich schwacher Besitzer Putzfaschen zumindestdurch die Bemalung angedeutet, meist jedoch wirklich in Putz aus-geführt. Besonders bei den breitgiebeligen Häusern kommen zumTeil sehr reiche Verzierungen durch rustizierende Quader an denEcken sowie um Fenster und Türen vor. Ein Haus aus dem Ende derersten Hälfte des 19. Jh., bei dem über den vier Fenstern der

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