he, werden in unserer Lebenswelt anscheinend als Attribute- vorallem des Aristokraten- verstanden. Traditionell ist tatsächlich mit
adeligem Standard ein gewisser Habitus verknüpft. Mit adeligenKleidungssitten verbindet sich in diesem Sinn eine spezifische Jagd-tracht, wie sie im Ausseerland entstand und über Erzherzog Johannund dann die Wittelsbacher einige Attraktivität erhalten hatte. Die-se Tracht wurde schließlich zum Symbol des adeligen Jägers, aberauch des Sommergastes in Bad Aussee, Altaussee und Grundelsee.Diese Tradition hat sich bis heute erhalten.
Ein Interview, welches ich mit einem Herrenschneider aus dem 1.Wiener Gemeindebezirk führte, deutet die Thematik eines speziellentradierten Kleidungsstils des Aristokraten an:" Für mich sind dieAdeligen Kunden, die durch eine lange Überlieferung vom Anziehenund von der Kleidung einiges verstehen. Ich möchte fast sagen, diehaben dieses Gespür für Kleidung in die Wiege mitbekommen. Siewissen, wie man sich anzuziehen und worauf man zu achten hat. Siebringen von sich aus einen guten Geschmack und ein gewisses Emp-finden mit. Wahrscheinlich haben sie dies durch lange Tradition er-lernt, denn sie hatten immer Kultur und sind durch Generationen hin-durch gut angezogen. Von meinen Geschäftsvorgängern habe ichnoch die Maßbücher der alten Aristokraten. Diese Bücher gehen bisauf das Jahr 1870 zurück. Schon die Groß- und Urgroßväter derheutigen Kunden waren bereits Kunden unseres Hauses. Sie haltenalle an der Tradition fest. Sie wissen, der Großvater war schonKunde und hat sich gut angezogen. Auch sie wollen sich gut an-ziehen. Es gibt auch Kunden, mit denen ich mich ein bißchen aus-einandersetze und deren Linie ich mitbeeinflusse. In erster Liniesind dies Aristokraten, die so handeln und behandelt werden wollen.Wir haben noch immer viele aristokratische Kunden, die sich ihr Ge-Iwand nach Maß machen lassen. In den Anzug schreiben wir unserenNamen und das Datum. Unter den Aristokraten gibt es sehr viele,die für anständiges und gutes Gewand Verständnis haben".
Der Adelige hat also, so sieht es in der Interpretation des Schnei-ders aus, eine spezifische Tradition, mit der" Wissen" und Gefühlum einen bestimmten Kleidungsstil zusammenhängen.
Die Kleidung hat also hier eine wichtige symbolische Funktion, dadurch sie die Zugehörigkeit zur Adelsgemeinschaft ausgedrückt wer-den kann und auch soll. Charakteristisch für diesen Stil ist ein ge-wisses Maß an Unaufdringlichkeit aber auch die Absicht, sich zumin-dest symbolisch durch die Kleidung von Nichtadeligen zu distanzie-
ren.
Nicht unwichtig sind in diesem Zusammenhang ein paar Gedanken
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