während die" Holländer" in den Marschen die Freiheit erlangten.Zur gleichen Zeit traten die Schweizer Bauernheere siegreich ge-gen die Ritterheere auf und 1424 entstand im südlichen Schwarz-wald der Bauernaufstand. Ab 1440 gab es in Tirol und Vorarlbergschon keinen unfreien Bauern mehr! Und auch wenn der Bauern-aufstand in Deutschland zunächst blutig niedergeschlagen wurde,war der Freiheitsdrang dieses Standes nicht mehr aufzuhalten.
Als die Brände, welche der 30- jährige Krieg allenthalben gelegthatte, erloschen waren, erhoben sich auch die Bauernhäuser undBauernhöfe vielfach erneuert aus der Asche. Unsere bäuerlicheHauslandschaft ist zu einem wesentlichen Teile damals geprägt
worden.
Die vielschichtigen reformatorischen Bewegungen hatten einer-seits den Wunsch nach Repräsentation, etwa im Sinne Calvins,gefördert, und andererseits auch den Freiheitsbewegungen neuenAuftrieb verliehen.
Genauso wie sich der Bauernstand in seinen Höfen repräsentier-te, versuchte er es auch in der Kleidung, obwohl Kleiderverord-nungen erlassen wurden und von der Kanzel herab gegen dieVerschwendungssucht gewettert wurde. Übersehen wir dabei abernicht, daß es sogar kirchliche Einrichtungen waren, welche auchden einfachen Mann zur Feier des Sonntages( 10) sowie der üb-rigen kirchlichen Feiertage zum Tragen eines besseren Gewan-des aufforderten. Nicht von ungefähr sprach man früher vom" Sonntagsstaat" oder" Feiertagskleid", wenn man das bessereGewand meinte. Unter Feiertagen verstand man früher fast aus-nahmslos kirchliche Feiertage. Reformation und Gegenreforma-tion trugen sicherlich zur besseren Kleidung an jenen Tagen bei.
Wo also sich bäuerliche Freiheit ausbreitete bzw. dem Feiertagund damit Gott die Ehre erwiesen werden sollte, wurde diesesauch durch die Kleidung kund getan.
Doch die neue" Mode" des einfachen Mannes führte unweigerlichwieder zur" Tracht", allerdings nicht mehr zu einer solchen, diegroße Gemeinschaften gleichmäßig einkleidete. Es entstand nundas uns geläufige, vielfältige Trachtenbild. Die großen Gemein-schaften waren seit dem 30- jährigen Krieg zerfallen, sowohl inweltlicher, als auch in kirchlicher Hinsicht. Und auch die Bauern-schaft war vielfältig gespalten. Sie bildete keine Einheit, kein Gan-zes mehr! Neben freien Gebieten gab es unfreie, neben katholischen,evangelische. Die deutsche Landschaft war in viele kleine Herrschaf-ten aufgesplittert. Da auch die technischen und materiellen Bedin-
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