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Die Darstellung von Kinderspielzeug und Kinderspiel in der griechischen Kunst
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III. Die Darstellung von Spielen

Literarische Quellen:

1. Bewegungsspiele

Poll. IX, 119( Ephedrismos)

IX, 122( En Kotyle)

Huckepack

Hesych. siehe vorne εφεδρίζειν ταύτην δὲ τὴν παιδὰν οἱ ᾿Αττικοὶ ἐν κοτύλῃλέγουσιν

Athen. XI, 479 A

Eustath. ad IIV, 306 u. XXII, 494

Bei den Darstellungen des Spieles in Vasenmalerei, Marmor- und Ton-plastik, das man unter dem Sammelbegriff Huckepack" zusammenfas-sen kann, sind folgende Gruppen zu unterscheiden:

I. Ephedrismos

II. Reiterball

ad I. 1. Einzelpaare beim Ephedrismos

a) mit Augenzuhalten

b) ohne Augenzuhalten

c) mit Ball

2. Mehrere Paare beim Ephedrismos

I. Von Pollux IX, 119 wird dieses Knabenspiel ausführlich beschrieben.Das eigentliche Huckepack ist nur die Schlußphase dieses Spiels 1. Dieerste Spielphase war das Werfen mit Bällen oder Steinen nach einem ineiniger Entfernung aufgestellten Zielstein. Derjenige, dem es gelungenwar, dieses Mal umzuwerfen, mußte als Sieger bis an den Zielsteindiopoç getragen werden, wobei der Reiter" dem Träger die Augen zu-hielt.

Unter év xotóλ berichtet Pollux IX, 122 über das Aufsitzen selbst:Einer hält seine Hände auf dem Rücken so zusammen 2, daß ein andererseine Knie daraufsetzen kann, mit den Armen den Nacken des Trägersumschlingend, bedeckt er alsdann die Augen des Trägers mit seinen Hän-den. Dieses Spiel heißt auch xoßnoivoa.Grasberger trennte die Begriffe

1 Lorenz Grasberger, Die leibliche Erziehung b. d. Gr. und R., 1. Abt. DieKnabenspiele, Würzburg, 1864( ,, das Aufsitzen").

2 Ders.( ,, das Aufhucken"), S. 109 ff.

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R. Schmidt

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