Dieses Spielzeug in der Hand eines Athleten anzutreffen, wäre, wieGardner schreibt, durchaus denkbar 378, eine Geschicklichkeitsübung alsAusgleich für die Palästra.
Bedingt durch die wenigen erhaltenen Beispiele ist es schwer, etwas All-gemeines über die Darstellung des„ Jo- Jo"-Spieles auszusagen. Auf denbeiden bekannten Vasenbildern sind die Spieler Knaben von etwa zehnJahren, die in ruhiger, überlegter Weise dieses Spielzeug handhaben.
Das„ Jo- Jo" selbst ist von vorne gesehen, d. h., nur eine Scheibe derDoppelscheibe wird sichtbar.
Datierung:
Die Darstellung des„ Jo- Jo" wird durch eine attische Schale, die um450 v. Chr. datiert wird, und eine Oinochoe um 400 v. Chr. vertreten.Die fragliche Bronzestatue des Jünglings aus dem Meer bei Antikytherawird in die Zeit um 340/30 v. Chr. datiert.
Spiel mit Früchten
a) Früchte gehörten mit zu den Gaben, die für die Kinder an ihremFesttag, dem Blütenfest, bereitgelegt wurden. Auf vielen der kleinenTische auf den Vasenbildern sind sie neben den verschieden geformtenKuchen zu sehen. Abgesehen von Weintrauben 379, mit denen die Kinderauch häufig ihre Haustiere zu foppen pflegten, handelt es sich vor allemum Äpfel, die in ihrer oft nur flüchtig gezeichneten runden Form Bällenzum Verwechseln ähnlich sehen.
Selbst wenn auf dem niederen Festtagstisch nur solch eine Frucht zusehen ist, wird das kleine Kind freudig näherkriechend dargestellt:
195 Choenkännchen 380: kleiner, nackter Knabe mit Amulettband, mitArm- und Fußreifen geschmückt, im Profil nach rechts gesehen, krabbeltmit ausgestreckter linker Hand auf ein niederes Tischchen zu, auf wel-chem sich ein Apfel befindet.
210= 196 Choenkännchen 381 aus Athen, in Gotha: begeistert liegtein wohlgenährter nackter kleiner Knabe vor einer niederen Basis, aufder sich ein Kännchen und zwei Früchte befinden, auf dem Bauch. Vorder Basis steht noch ein weiteres Kännchen, auf der Basis ist die Inschrift,, Kalos" zu lesen.
378 Fraser, AJA XXXII, 1928, stimmt mit Gardner überein, während seineMeinung später keine Erwähnung mehr findet, im Hdbuch d. Arch, 1950, stehtals Erklärung des Gegenstandes in der Rechten:„ nicht sicher zu deuten, in derHand Ball oder dergleichen".
379 Deubner, Att. Feste, S. 240.
380 L. Becq de Fouquières, Les jeux, S. 16.
381 G. v. Hoorn, Choes: Abb. 250= Nr. 547, er datiert ca. 425-420 v.
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