ein bekränztes Kännchen, links davon liegt ein Omphaloskuchen, aufdem sich, als eine Besonderheit, ein nach rechts gewendeter Hahn befin-det, der wohl nicht lebend, sondern aus Backwerk zu denken ist.
In den Bereich der Phantasie, wie Reh- und Hirschgespanne( s. Wagen)gehören die Hahnreiter, welche vor allem als Terrakotten 278, aber auchauf einem Vasenbild zu finden sind. Hier ist ein kleiner Knabe aufeinem Hahn reitend dargestellt:
128*
Choenkännchen 279 in Istanbul: einem kleinen Mädchen in lan-gem Gewand, das rechts auf einem Schemel mit einem Kännchen in sei-ner Linken sitzt, nähert sich ein nackter Knabe mit Haarbinde undAmulettband. Er reitet auf einem großen Hahn, indem er sich mit beidenHänden an dessen Hals festhält.
Als Liebesgeschenk:
Außer Reifen und Rehschenkel stellten auch lebende Tiere ein passendesLiebesgeschenk dar: man schenkte vor allem Hasen oder Hähne, diesevermutlich zum überaus beliebten Hahnenkampf( s. oben).
Darstellungen Ganymed's, der außer dem Reifen noch einen Hahn er-halten hat( s. Reifen):
54*
53
Oinochoe 280, New York, ARV 558, 127
Vasenbild 281, abgebildet bei Panofka
55 Krater in Paris,
Eros mit Reifen, Hahn in der Linken:Halsamphore in Boulogne, ARV 200, 48129*
Der Hahn allein findet sich in der linken Hand Ganymed's aufeiner Halsamphora 282 in Wien: Ganymed eilt nach links, er ist nackt bisauf seinen Mantel, den er um seinen Rücken gelegt hat und mit erhobe-ner Rechten oberhalb der Schulter festhält. Sein Kopf ist im Profil nachrechts nach Zeus zurückgewendet, der ihn mit ausgestreckter Rechtenverfolgt.
130 Terrakottagruppe 283: Olympia: Zeus, der in seinen Mantel ge-hüllt ist, eilt mit weitem Schritt nach rechts. In seiner Linken hält ereinen Knotenstock, mit seiner Rechten umfaßt er Ganymed und hebt ihngleichzeitig empor. Dieser ist nackt und hält in seiner gesenkten Linkeneinen Hahn, das Liebesgeschenk des Zeus.
278 Vgl. Winter, Typen II, T. 316, Hahnreiter- Knaben und Eroten.
279 v. Hoorn, Choes, Abb. 348= 560, h= 10 cm, frühes 4. Jh. v. Der riesigeHahn ist so groß wie das sitzende Mädchen.
280 Vgl. Reifen, S. 32.
281 Vgl. ebenfalls Reifen, S. 32.
282 ARV 431, 10, CVA, Wien, 1959, Bd. 2, T. 59, 1, dat. um 480, von Beazleydem ,, Providence- Maler" zugeschrieben.
283 Olympia, Mus.: Fuchs, die Skulptur, Abb. 376, S. 341, h= 1,08 m, dat. um480/70 v.
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