Wurf getan 158, seine Rechte ist gesenkt, das rechtssitzende hält in seinererhobenen Rechten einen Knöchel, bereit, einen Wurf zu tun.
Erhalten sind zahlreiche Einzelfiguren aus Terrakotta, die ursprünglichzu einer Gruppe von Astragalspielerinnen gehörten 159.
80* Einzelfigur aus Terrakotta 160 in London: die Haltung des zumKnöchelspiel niedergekauerten Mädchens entspricht der links kauerndenPartnerin der Terrakotta London D 161 161, aber sein Gewand ist vonseiner rechten Brust geglitten und es neigt seinen Kopf stark nach links,den Blick auf seine gesenkte Rechte gerichtet, welche im Begriff ist,einen Wurf zu tun. Seine Linke liegt ruhig auf seinem linken Knie. Woes die übrigen Knöchel hat, ist nicht zu erkennen 162( Abb. 3).
Zahlreiche Einzelfiguren aus Terrakotta geben Gewinner im Knöchel-spiel wieder. Ob sie im Meistwurfspiel, im Fünfsteinspiel oder gar einemanderen mit Knöcheln oder Steinchen gespielten Spiel gewonnen haben,läßt sich nicht feststellen, auf keinen Fall, wenn sie ihren Gewinn bereitsin die dafür bestimmten Säckchen gefüllt haben. Bei noch in der Handgehaltenen Knöcheln läßt sich eventuell der Größe nach beurteilen, wel-ches Spiel gespielt wurde, indem man größere Knöchel für das Meist-wurfspiel annimmt.
81 Terrakotta in Boston 163: kleines Mädchen mit lockigem Haar undScheitelknoten 164 sitzt auf einer Basis. Sein rundes Gesicht zeigt einenfreundlichen Ausdruck. Es ist mit kurzärmeligem, langem Chiton undSchuhen bekleidet. Mit seiner Rechten hält es einen Astragalsack, derprall gefüllt ist.
82*
Terrakotta 165 in Berlin: kleiner, bekränzter Knabe, nackt bis aufseinen Mantel, steht an eine Säule gelehnt, in seiner vor der Brust gehal-tenen Linken hält er einen gefüllten Astragalsack.
158 Die Abbildungen bei Heydemann, die Knöchelspielerin, T. II/ 1 und Klein,Child life, Abb. XIXC zeigen noch ein in der Mitte der Basis liegendes Knö-chelchen, das heute nicht mehr zu sehen ist.
159 Dörig, Tarentinische Knöchelspielerinnen, S. 47, schon ab dem späten 5. Jh.,vor allem aber im 4. und 3. Jh. v., besonders aus Großgriechenland.
160 Brit. Mus. 1909. 7-11. I., aus Tanagra, h= 15 cm, R. A. Higgins, GreekTerr., London, 1967, T. 44 A, er datiert 330-200 v.
161 Siehe S. 49.
162 In der Linken wie London D 161 hält die Knöchel auch eine Knöchelspiele-rin aus Marmor in Rom, Depot des Kapitolin. Mus.= Arndt Amelung, Photo-graph. Einzelaufnahmen ant. Skulpturen, Nr. 2047. Manche haben die übrigenKnöchel im Bausch ihres Gewandes, so Terrakotta in Heidelberg, Neutsch,Spiel mit dem Astragal, Abb. 5, 6, andere in einem Astragalsäckchen, so Terra-kotta in Rouen, Winter, Typen I, T. 134/4.
163 Boston 01.7841, Klein, Child life, Abb. XIX A, Anm. 243.
164 Vgl. Kenner, Der Apoll vom Belvedere, Wien, 1972, S. 18 f., S. 28 f.165 Winter, II, T. 243, 8.
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