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Die Darstellung von Kinderspielzeug und Kinderspiel in der griechischen Kunst
Entstehung
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Auf der Stele des Panaitios wird der hier nur mit der Hand angetriebeneReifen in Schrägansicht wiedergegeben.

Die Reifenspieler sind ein kleiner Knabe, zwei Jünglinge, Ganymed undzweimal Eros als Jüngling.

b) Reifen in Rubestellung:

Bei den Darstellungen der Verfolgung, sei es durch Zeus oder durch Eros,wird ebenfalls auf Vorderansicht des Reifens geachtet. Da eine Hand desVerfolgten meist durch ein anderes Geschenk, wie Hahn oder Rehschen-kel beschäftigt ist, muß der Stab in der gleichen Hand wie der Reifengehalten werden. Falls die Flucht in gemächlichem Tempo verläuft,wird der Reifen knapp über dem Boden gehalten, wenn es sich jedoch umeiliges Davonlaufen handelt, wird er emporgehoben.

Der Stab ist stets gerade und kann in Unterarmlänge oder darunter sein.Kein Stab ist bei der Übergabe des Liebesgeschenkes auf dem Krater inWien zu sehen, wie er überhaupt bei Darstellungen in Ruhe befindlicherReifenträger des öfteren fehlt, oder, wenn vorhanden, gebogen seinkann, wie auf der Oinochoe in Harrow. Der Reifen selbst ist auf diesenDarstellungen fast stets von der Seite gesehen, aber nie derart verzerrt,daß der Gegenstand unkenntlich würde.

Datierung:

Dargestellt auf einem Choenkännchen des 4. Jhs. v. Chr. Die Darstellun-gen auf anderen Vasenbildern reichen von Gefäßen aus spätarchaischerZeit über eine Oinochoe aus reifarchaischer Zeit, mehreren Vasenbildernder frühklassischen Periode, von denen zwei Gefäße dem Pan- Maler zu-geschrieben werden, über Darstellungen der Hochklassik zu apulischenVasenbildern des späten 4. Jhs. v. Chr.

Grabstele des Panaitios: 4. Jh. v. Chr.Terrakotta, hellenistisch, aus Myrina.

Literarische Quellen:

Kreisel

Der Kreisel wird schon in der Ilias erwähnt: II.XIV, 413, als opóµßosIn der klassischen Zeit als στρόβιλος( Plat. rep. IV, 436 e) oder βέμβιξβέμβης 111

Kallimachos schreibt, daß der Kreisel von den Knaben unter dem wiederholtenRuf, τὴν κατὰ σαυτὸν ἔλα

oder otpépov, un totaoat" mit einer Lederpeitsche geschlagen wurde: Kallim.epigr. I 9 ff.

Anth. Pal. VII, 89, 9 ff. VI, 309, 4

Orphica fragm. 196 rec. Abel: xovoçVergil, Aen. VII, 378 ff.

Die zugehörige Peitsche: μάστιξ

111 Vgl. G. Caputo, Dell'antico giuoco del paleo, 1933, bes. über d. Weiterlebender beiden Kreiselformen in Sizilien.

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