Datierung:
Der Ball wird auf Choenkännchen vom Ende des 5. Jhs. v. Chr. bis ins4. Jh. v. Chr. dargestellt, besonders häufig findet er sich um 425 v. bis400 v. Chr.
Auch die Darstellungen der übrigen Vasenbilder stimmen mit dieserDatierung überein, sie reichen von der 2. Hälfte des 5. Jhs. v. bis ins4. Jh. v. Chr.
Die Darstellungen auf den Grabstelen stammen überwiegend aus dem4. Jh. v. Chr., die Terrakotten aus Tanagra und Myrina sind helle-nistisch.
Reifen
Literarische Quellen:
Aischylos, Prometheus, v. 882
Hippocrat. Περὶ διαίτ. 163, ΙΙΙ 68, 76
Poll. 194, X 64
Sext. Emp. Pyrrh. 1106
Artemid. I 55, II 57
Paus. VI, 1, 2
Oribas. VI, 26
Der Reifen 77 der griechischen Antike war üblicherweise aus Metall 78,doch auch Holz wird als Material Verwendung gefunden haben, wieKlein 79 aus Darstellungen von Vasenbildern, welche an den Reifenmehrere Verbundstellen zeigen, schließt.
Seine Größe variierte nach der Größe des Spielers, einer ärztlichen Vor-schrift 80 aus späterer Zeit zufolge sollte er Brusthöhe erreichen. ZumAntreiben des Reifens verwendete man einen Stab, 81 der gerade odergekrümmt sein konnte.
Die Darstellung des Reifens:
Bei der Darstellung des Reifens in der Vasenmalerei, auf Grabstelen undin Terrakotta fand ich sechs Gruppen:
1. Darstellung auf Choenkännchen. Der Reifen gehörte, wenn auchnicht in so reichem Maße wie z. B. der Wagen, zu den Spielsachen,welche Kinder am Choentag bekamen. 82
2. Als bezeichnendes Attribut für den Zeitraum von Kindheit bis Puber-tät.
" Gr.: τροχός, κρίκος, das Reiftreiben: κρικηλασία
78 L. Becq de Fouquières, Les jeux, S. 162, J. Dörig„ Giocattolo", EAA,S. 906: kein Exemplar der Bronzereifen des 5. Jhs. ist erhalten.
79 Klein, Child life, S. 17, z. B. Kylix, Berlin, Inv. 3168. Ebenso auch bereitsv. Hoorn: De vita, S. 73.
80 Oribasisos VI, 26.
81 Gr. ῥαβδός, ἐλατήρ
82 L. Deubner, Att. Feste, S. 241 oben.
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