Geschicklichkeitsspielzeug:
Jo- JoFrüchte
Beruhigungs- bzw. lärmerzeugendes Spielzeug:
Klapper
Die Abteilung der Darstellung von Spielen teilte ich in Bewegungsspiel:Ephedrismos und
Glücksspiel: Morra
Der Zusammenhang mit dem religiösen Bereich
Im Verlauf meiner Arbeit konnte ich feststellen, daß es im antikenGriechenland Spielzeug für sich allein nicht gibt; nie ist es bloße Belusti-gung oder Beschäftigung für die Kinder, stets steht ein zumeist religiöserZusammenhang dahinter.
Es gab zwei Feste, an denen Kinder Spielzeug geschenkt bekamen: anden Diasia 3, dem größten Zeusfest der Athener, das zehn Tage nachdem Ende der Anthesteria 4 stattfand, und an diesen selbst. Die Anthe-sterien wurden vom 11. bis zum 13. Anthesterion, Ende Februar, gefeiert.Der erste Tag dieses Festes hieß doria, Faßöffnung, denn man trankan diesem Tag zum ersten Mal vom neuen Wein und spendete ihn unterGebeten Dionysos. Der dritte Tag hieß xotpots, er war vollkommen denToten gewidmet. Mit besonderen Fürbitten für die Toten wurden dieXotpot, Gefäße, nach denen dieser Tag benannt ist, aufgestellt, in ihnenbefanden sich Opfer, die für Hermes, und wohl ursprünglich für dieToten selbst bestimmt waren.
Der Höhepunkt des Festes war der zweite Tag, der Choentag 6, nachden Kannen benannt, aus denen alle Teilnehmer des allgemeinen Wett-trinkens, das an diesem Tag stattfand und das auch die Sklaven mit ein-bezog, tranken. Am Schluß des Gelages wurden die bekränzten KannenDionysos geweiht.
Dieser Tag war der besondere Festtag der Kinder, welche im drittenLebensjahr standen. Sie wurden, wie Philostratos 7 überliefert, mit einemBlütenkranz bekränzt, dies war ein heiliger Ritus, eine Art„ confirma-tio" 8, welche die Kinder, die das gefährliche Säuglingsalter überstandenhatten, gegen Krankheit und Unglück schützen sollte.
3 L. Deubner, Attische Feste, S. 155 ff.
4 Siehe Anm. 1, S. 4, S. 93 ff., S. 114 ff.
5 Ders., S. 112.
6 E. Schmidt, Spielzeug und Spiele, S. 33,„, das Kinderkännchen".
7 Philostr. Heroic. 12, 1, S. 187, 20 Kays.
8 Deubner, siehe Anm. 1, S. 115, vergleicht diesen Ritus auch mit einem Brauchder vedischen Inder, der ebenfalls im dritten Lebensjahr der Kinder stattfand.
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