EINLEITUNG
Literarische Vorarbeiten
Das Thema der Darstellung von Kinderspielzeug und Kinderspiel in dergriechischen Kunst wurde noch nie umfassend behandelt.
Im vorigen Jahrhundert erschienen zwei Werke, die sich mit Spiel undSpielzeug in der griechischen und römischen Antike befassen: L. Becq deFouquières, Les jeux des anciens, im Jahr 1873 und Lorenz Grasberger,Die leibliche Erziehung bei den Griechen und Römern, 1. Abteilung: dieKnabenspiele, im Jahr 1864, dessen angekündigter Tafelband meinesWissens leider nie erschienen ist. Beide Autoren rücken die Beschreibungder zahlreichen von den antiken Autoren 1 überlieferten Kinder- undJugendspiele in den Vordergrund. Becq bezieht auch Erwachsenenspielemit ein.
Im Jahr 1909 erschien die Dissertation von Gerard van Hoorn, De vitaatque cultu puerorum, welche ein sehr sorgfältig gearbeitetes Kapitel,, De ludis" enthält.
Über einzelne Spielzeuggattungen und Spiele gibt es zahlreiche Aufsätze,bei denen jedoch meist auf die Darstellung des Spielzeugs wenig Rück-sicht genommen wird, z. B. über Puppen: Kate Mc Knight Elderkin,Jointed dolls in antiquity, 1930, ein Aufsatz, welcher die Entwicklungder griechischen und römischen Puppe darlegt, auf deren Darstellungjedoch kaum eingeht. Eine Ausnahme bildet in dieser Hinsicht das Astra-galspiel, dessen Darstellungen schon 1877 von Heinrich Heydemann, DieKnöchelspielerin im Palazzo Colonna zu Rom, beschrieben wurden, undüber das es besonders in neuerer Zeit einige ausführliche Aufsätze, diesich auch mit der Darstellung beschäftigen, gibt.
Im Jahr 1930 erschien eine kürzere Zusammenfassung von LudwigDeubner, Spiele und Spielzeug der Griechen, die wie das Werk Becq'sErwachsenenspiele wie Würfelspiel und Kottabos mit einschließẞt.
1 Die meisten Spiele und Spielsachen sind gesammelt bei Julius Pollux( oderPolydeukes) aus Naukratis, der um 185 n. ein dem Kaiser Commodus ge-widmetes Handbuch in zehn Büchern schrieb, das Onomastikon, dessen siebentesund besonders neuntes Buch von Kindererziehung, Kinderspielen und Spielsachenhandelt. Er schöpfte dabei aus dem verlorengegangenen Werk des Sueton Ilepiτῶν παρ' Έλλησι παιδιῶν.
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