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Heilige Ereignisse - heilige Zeiten : Weihnachtserzählungen aus der mündlichen Überlieferung
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Ähnlich prophetischen Charakters ist das Reden der wilden Tiere in derWeihnacht. Wildhaber hat uns 196784) einen slowenischen Text erzählt, derähnlich auch im Alpenraum bekannt gewesen ist:

( 25) ERZÄHLUNG AUS SLOWENIEN

Ein Wildhüter ging einmal in der heiligen Nacht durch den Wald. Um solcheZeit soll man nicht nachts den Wald durchstreifen, aber der Hüter war nochjung und hatte auf das Datum nicht geachtet. Gegen den Wind näherte er sicheiner Gruppe von Sauen und da hörte er eine Stimme sagen: ,, Was wird unswohl das nächste Jahr bringen?"- Und eine andere Stimme sagte: Es wirdsein wie immer, man wird auf uns eine Jagd machen und einige von uns wer-den ins Gras beiẞen müssen."

Da hörte der Wildhüter eine rauhe Stimme und erkannte einen alten Eber, dersagte: ,, Nein, es wird diesmal anders werden. Freilich werde auch ich sterbenmüssen, aber ich werde den Jagdherrn mit in den Tod nehmen."

Der Wildhüter schlich sich leise zurück in seine Hütte. Und einige Zeit darauferzählt er dem Jagdpatron, was er in der Weihnacht gehört hatte. Doch derlachte ihn aus und glaubte ihm nicht.

Nun gut, nach einiger Zeit gab es eine große Jagd auf die Wildschweine undder Jagdherr ist auch mit dabei.

Und er erkennt, daß da ein alter und besonders guter Keiler dabei ist. Er legtauf ihn an und schießt ihn nieder. Wie der Keiler tot da liegt, sagt der Jagdherrzum Wildhüter: ,, Nun, lebe ich noch ober bin ich tot? Und schau, was ich jetztmache!"- Und er steigt mit den Füßen hinauf und tut so, als wolle er auf demEber tanzen. Da rutscht er aus und fällt gerade mit der linken Seite so unglück-lich auf den Eber, daß die Spitze des Hauers ihm ins Herz dringt. Und er stirbtauf dem Eber, und niemand kann ihm mehr helfen."

Prophetisches Warnen ist den meisten Tiergesprächen in der heiligen Nachtgemeinsam. Doch ist vielerorts dieser Zug entsakralisiert worden und dieTodesankündigungen sind durch eine Art sozialer Kritik ersetzt. Dennochaber hält man allgemein an der heiligen Zeit fest, wie uns im Folgenden eineitalienische Sage") zeigen soll:

( 26) ERZÄHLUNG AUS ITALIEN

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Unsere Bauern halten es für eine sichere und unbezweifelbare Sache, daß-wenn man in einem Stall eine Weihnachtskrippe aufstellt um Mitternacht,genau zu der Stunde, in der das Jesuskind geboren wurde, die Ochsen, diesich in dem Stall befinden, zu sprechen beginnen.

Uns erzählte eine junge Bäuerin aus Casteggio, daß sie am Weihnachtsabenddes Jahres 1911, als sie in dem Gutshof Bronza in Casteggio gewesen sei undsich dort mit den anderen ringsum die Weihnachtskrippe gesetzt habe, wobei

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