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Heilige Ereignisse - heilige Zeiten : Weihnachtserzählungen aus der mündlichen Überlieferung
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lichkeit, Episoden vom Hauptstrang des Ereignisses abzulösen und auf ei-nen Seitenweg zu lenken, von dem nichts wieder zum Ausgangspunkt, dasheißt zum Kern der Geschichte, zurückführt.

Es sind nie die Hauptgestalten der heiligen Ereignisse, die auf solche Weisein selbständige Erzählkomplexe hineinwachsen, sondern in der Regel han-delt es sich um im kanonischen Text schwach konturierte Personen, wie die,, Magier" oder drei Könige.

Das Gedankenspiel mit der Vor- und Nachgeschichte dieser geheimnisvol-len Persönlichkeiten- maghusch"= Mächtige nannten die Meder die An-gehörigen ihrer Priesterkaste, die dem Lichtkult Zarathustras dienten- hatschon früh die Apokryphen beschäftigt und die altchristliche Kunst gab ih-nen persische Kostüme. Später hat sich nicht nur die Dichtung dieser Gestal-ten angenommen erinnert sei beispielsweise nur an den Vierten König❝von Edzard Schaper, sondern im katholischen wie orthodoxen Raumlassen eine Reihe von Volkslegenden, die zumeist in Legendenmärchenübergehen, spüren, wie stark die Faszination ist, die von den drei Königenausgeht. Wir wollen das an einem Text aus Mexiko aufzeigen."

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( 22) ERZÄHLUNG AUS MEXIKO

Das ist schon lange her, da streiften die heiligen drei Magier( Könige) durchdie Welt auf der Suche nach dem Jesuskind. Sie gingen von Dorf zu Dorf,schauten in alle Häuser hinein, wo es ein Neugeborenes gab, sagten: Nein,das ist es nicht" und wanderten wieder weiter.

Als sie so herumzogen, kamen sie eines Abends zu einem alleinstehendenHaus. Das Haus war halbverfallen aber was willst du machen? Weit und

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breit gab es kein anderes- und so legten sie sich zum Schlafen in das verfal-lene Haus.

Um Mitternacht hörten sie ein Weinen wie von einem kleinen Kind. Da wach-ten sie auf und der Älteste von ihnen sagte: ,, Weint da nicht ein kleines Kind?",, Du Narr," schimpft ihn der Zweite ,,, wo soll denn hier in der Einsamkeitein Kind herkommen?"

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Und sie schliefen wieder ein. Aber nach einer Weile hörten sie wieder ein Kindweinen und wachten auf. Und der Älteste sagt wieder: Ich meine, da weintirgendwo ein kleines Kind."- ,, Du mußt dich täuschen," sagte der Mittlere,,, wie soll denn ein kleines Kind hierher kommen? Es wird der Wind gewesensein."

Nun, die drei Burschen drehen sich um und schlafen wieder ein. Aber nacheiner Weile hört man wieder ein Kind weinen. Der Ältere und der Mittlere ha-ben sich nicht darum gekümmert, denn sie haben geglaubt, daß es der Windist, aber der Jüngste ist aufgestanden und hat zu suchen angefangen! Suchedu dort, dann suche ich hier! Und nach einiger Zeit hat er mitten im Strohein kleines Kind gefunden, das war in einen Fetzen gewickelt und weint sehr.Der Jüngste nimmt das Kind, trägt es dorthin, wo die anderen beiden schlafen,weckt sie und sagt: He, Brüder, seht einmal, was ich gefunden habe!"

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