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In den Veroneser Bergen : Land und Leute in Tregnago und der Val d'Illasi ; Katalog der Sonderausstellung
Entstehung
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genden existieren zwar noch die Gerätschaften,doch die Erzeugnisse sind kaum mehr auffindbar.Dieser Wirtschaftszweig war unter den ersten, diedurch das Aufkommen der Maschinen und die rela-tiv niedrigen Produktionskosten industrieller Gü-ter völlig verdrängt wurden. Der schnelle Rück-gang der Schafzucht und der Schafwollverarbei-tung durch das Aufkommen ertragreicherer Ar-beitsmethoden hat nicht unbeträchtlich zum Aus-sterben der häuslichen Spinnerei und Weberei bei-getragen. Auch die Verarbeitung von Hanf, dereinst auf den Hängen der Hügel angebaut wordenwar, ist nahezu verschwunden. Der Flachsanbau,der zur Römerzeit in einigen Gegenden( wie z. B.in Colognola ai Colli) seine Blütezeit erlebte, hatsich wegen der rauhen Bedingungen im Berglandnie durchsetzen können.

Eine weitere Arbeit, die in der ganzen Lessiniaund auch in den Dreizehn Gemeinden betriebenwurde, war der Steinabbau. Besonders in Epochen,als man den Stein zum Dachdecken, für den Haus-bau, für Kapitelle und Bögen verwendete, war dasSteinverarbeitungsgewerbe von großer Bedeutung,wenn es auch wegen der wenigen zur Verfügungstehenden Werkzeuge außerordentlich mühevoll undschwierig war. Die Tafeln der Ausstellung sollendas veranschaulichen und darüber hinaus zeigen,daß die Steinbearbeitung in der Lessinia sich zueinem der wichtigsten Veroneser Exportzweigeentwickelte( 36).

Bis in die 50er Jahre wurde von den Bergbewoh-nern der Lessinia eine Tätigkeit ausgeübt, die als" industria del freddo"( Industrie der Kälte) be-zeichnet wurde: es war dies der Abbau des Eises,der schriftlichen Quellen zufolge bereits um dieMitte des 15. Jahrhunderts durchgeführt wurde.Man benötigte dazu eigene" Eiskeller", die aufwenig besonnten Nordhängen angelegt wurdenund wo niedrige Temperaturen durch den Schutzder Bäume länger anhielten. Der langwierige Ar-beitsvorgang des Eisabbaues, der in kälteren Win-tern einträglicher war, wird in der Ausstellungauf beispielhafte Weise nachgezeichnet. Die relativnah gelegenen Stadtzentren der Ebene und diehohe Nachfrage nach Eis( Fleischhauereien, Spi-täler, Molkereien) bewirkten ein zusätzliches Ein-kommen der Bergbevölkerung. Zu Recht müssendie alten Eiskeller( giasare) zu den interessante-sten archäologischen Funden der vorindustriellenEpoche in der Lessinia gerechnet werden( 37).Das Gebiet der Lessinia war in früheren Zeitensehr wasserreich. Die Karst- und Gebirgsquellen,