Topographie des Entsiedlungsgebietes
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Der Halblehner des Gehöftes Nr. 26 hatte im Jahre 1824 11,12 ha Besitz, alsoetwa nur ein Drittel des Bauern Nr. 30. Dieser Besitzunterschied ist deutlich in denWirtschaftsgebäuden ersichtlich. Es fehlt bei den Stallungen der Pferdestall, da er alsArbeitstiere Kühe verwendete. Er hatte auch kein eigenes Gebäude für die Schafe,sie waren bei ihm in der Form eines„ Verschlages" im Stadel untergebracht. Auchhatte er noch keine eigenen Wagen- und Geräteschupfen. Hingegen waren sich beideGebäude im vorhandenen Wohnraum sehr ähnlich, ja in der Anzahl der einzelnenRäume sogar gleich.
Diese Gegenüberstellung zweier Gehöfte mit unterschiedlicher Besitzgröße zeigtuns augenscheinlich die Abhängigkeit der vorhandenen Wirtschaftsgröße von dervorhandenen Wirtschaftsfläche.
Das Bauernhaus im Jahre 1980
Es gibt mehrere Ursachen, die zu einer Weiterentwicklung der ursprünglichen Ha-kenhöfe zu den heutigen Vierseit- und Zwerchhöfen führten:
1. Wirtschaftliche Gründe
2. Fortschritt in der Technik der Landarbeit3. Höhere Ansprüche an den Wohnkomfort
Das Gehöft Nr. 30
Auf der etwa 32 m breiten Hausparzelle hat sich ein Vierseithof entwickelt. In meh-reren Bauabschnitten wurde der ehemalige locker verbaute Hakenhof ein stattlicherVierseiter. Der Umbau begann aber erst um die Jahrhundertwende und wurde prak-tisch in drei Etappen durchgeführt.
Zunächst kam es zu einer Vergrößerung des Stadels und Schupfens, die nun dieganze Breite der Hausparzelle einnehmen. Dann wurden im Jahre 1922 die Stallun-gen stark erweitert und neu gebaut. Sie bestehen nun aus fünf Teilen, und zwar auseinem eigenen Pferdestall, Kuhstall, Jungrinderstall, Mastrinderstall und aus einemSchweinestall. Die speziellen Stallungen wurden jetzt erst benötigt, da um die Zeitder Jahrhundertwende durch den Kartoffelanbau, Gerste- und Feldfutteranbau dieFuttergrundlage für eine verstärkte Rinder- und Schweinehaltung geschaffen wur-
den.
Und schließlich wurde 1924 ein großes Wohnhaus errichtet, das aus der Woh-nung des Bauern und aus einer solchen für den Altbauern besteht. Die Wohnung desBauern besteht aus einer Veranda, zwei Vorhäusern, aus einer sogenannten„ Som-merküche"( da sie nur während des Sommerhalbjahres benützt wird), einer„, Winter-küche“, die gleichzeitig auch als Schlafzimmer der Bauersleute dient, aus zwei großenZimmern, einem Kabinett, einer Speis und aus zwei Kammern für die Dienstboten.
Die Ausnehmerwohnung ist spiegelgleich zur Bauernwohnung gebaut. Nur gibtes hier keine Kammern für die Dienstboten und auch keine zweite Küche.
Im Jahre 1950 erfolgte ein Zubau an den bestehenden Stadel. Als letzter Umbau wur-de die Dienstbotenkammer im Jahre 1966 in eine Autogarage umfunktioniert. Dies warmöglich, da zu dieser Zeit keine Dienstboten mehr im Haus benötigt wurden.
Alle diese Umbauten wurden durch den letzten Besitzer durchgeführt.