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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
Entstehung
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Wegmüssen

Jungrindern hatte er wahrscheinlich noch die Schafe, Hühner und Gänse aufzuneh-

men.

Wahrscheinlich erfuhr das Wohngebäude noch im Mittelalter eine Erweiterungin Form einer Kammer, die zwischen Wohngebäude und Stall hineingebaut wurde.Sie diente als Ausgedinge oder als Schlafraum für eventuelle Dienstboten.

Das gesamte Gebäude hatte Ausmaße von ca. 5 x 14 bis 15 m. Wie die Ausgra-bungen der verödeten Siedlung Hard bei Waidhofen/ Thaya zeigen, handelt es sichhier um Gehöfte mit 6 x 18 m Ausmaßen, die im wesentlichen mit jenen von Dalleinübereinstimmen.10

Das Bauernhaus im Jahre 1824

Die Gehöfte des Mittelalters haben sich bis zum Jahre 1824 nicht wesentlich verän-dert. Infolge des größeren Besitzes, des Fortschrittes in der Wohnkultur und der Ver-änderung der Betriebsform durch eine verstärkte Zuwendung zur Tierzucht ist es zuUmbauten und Zubauten an den Gehöften gekommen. Die Bauernhäuser waren da-mals überwiegend locker verbaute Gehöfte, die in der Mehrzahl aus zwei Gebäudenbestanden, die voneinander getrennt waren. Das Wohngebäude mit dem angebautenStall stand weiterhin an der Westgrenze der Parzelle und giebelseitig zur Straße. DerStadel stand in den Garten hineingerückt und an der Ostseite der Parzelle.

Welche Veränderungen sind am Gehöft seit dem Mittelalter eingetreten? Beimehreren Höfen erfolgte durch eine Vergrößerung der Wohnung und des Stalles einZusammenbau mit dem Stadel, sodaß dies echte Hakenhöfe wurden.

Die auffallendsten Veränderungen aber waren kleine, spornartige Anbauten andie bestehenden Wohngebäude. Bei 14 Häusern ist es bereits zu solchen Zubautengekommen, die Stubenkammer" genannt wird, da sie neben der Stube liegt und alsSchlafkammer für die Kinder der Bauern, besonders für die Mädchen, diente. Eskommt dadurch zu einer Querstellung des Wohnhauses und damit zu einer Um-wandlung der Gehöfte vom Hakenhof zum Zwerchhof und in weiterer Form zumVierseithof. Der Ansatz für diese Umwandlung ist also deutlich erkennbar.

Weitere Veränderungen durch Zu- und Umbauten hingen sehr wesentlich vonder Besitzgröße und der vorhandenen Größe der Hofparzelle ab. Ich wählte dafüreine ursprüngliche Hofparzelle mit ca. 32 m Hofparzellenbreite, das Gehöft Nr. 30,und eine geteilte Hausparzelle, das Haus Nr. 26 aus( siehe Abb. 14 und 15).

Das Gehöft Nr. 30 hatte im Jahre 1824 33,27 ha und war damit der zweitgrößteBetrieb im Dorf. Infolge dieser Betriebsgröße machte der vergrößerte Rinderbestandeinen Ausbau des Rinderstalles notwendig. Außerdem hatten die größeren Wirt-schaften bereits Pferde als Zugkräfte eingestellt. Somit kam als neues Stallgebäudeein Pferdestall dazu. Der Wohn- Stall- Trakt hat durch diese Zubauten eine beträcht-liche Längserstreckung bekommen und ist bei diesem Gehöft auf etwa 32 m ange-wachsen.

Weiters hat dieser Hof an der Straßenseite einen Schafstall mit einem Geräte-schupfen in einer Querstellung und im Obstgarten einen großen Schupfen für dieWagen, Pflüge, Eggen usw. erhalten.

10,, Kulturberichte von.", November 1979, S. 4.