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Rassenfragen
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Nr. 17

Urania

französischen Revolution beherzigen, der lautet: Freiheit,Gleichheit, Brüderlichkeit!" Dann könnte ein künftigerfriede zu einem ungestörten kulturellen Wettbewerb derNationen führen, wobei allen Völkern in gleicher Weisedie Möglichkeit ihres Gedeihens gesichert wäre. KeineNation würde fernerhin imstande sein, die andere zufnechten.

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Dr. Rudolf Trebitsch.

Buchbesprechungen.*)

Friedrich Thimme. Vom inneren Frieden. Ein Buch gegen-seitigen Verstehens und Vertrauens. 2 Bände. Verlag S. Hirzel inLeipzig 1916. Dieses Buch, ein Sammelwerk deutscher Gelehrten,Politiker, Seelsorger, Staatsmänner und Arbeiter führer, ist berechtigt,das Interesse weitester Kreise in Anspruch zu nehmen, denn es willden Geist der Einheit und Zusammenarbeit der Kriegsjahre demkommenden Frieden aufbewahren. Was jetzt gilt, soll auch danngelten: Friede unter den Weltanschauungen, Friede unter den Kon-fessionen, friede unter den Klassen, Friede unter den politischenParteien und Friede unter den Nationalitäten. Die bewährte HandFriedrich Thimmes hat hier eine große Reihe von wertvollen Auf-sätzen über diese Themen zu einem Ganzen vereinigt, das auch außer-halb der Grenzen des Deutschen Reiches die Einigungskraft allergutdenkenden Menschen beleben wird. Schon die hervorragendenNamen der Mitarbeiter zeigen, um was es geht. Die verschiedenstenStimmen kommen zu Wort: Philosophie und Gewerkschaft, Sozial-demokratie und Zentium, Liberalismus und Konservativismus, mo-derne kritische Theologie und Jesuitenorden, Freigeisterei und Ortho-doxie, Judentum und deutsches Christentum, Großindustrie und Kirchen-politik u. a. Es sind dies Julius Bachem, Gertrud Bäumer, OttoBaumgarten, Hermann Cohen, Bernhard Dernburg, Otto v. Dewitz,Fürst Drucki- Lubecki, Karl Dunkmann, Rudolf Eucken, Martin faß-bender, Unt. Fendrich, Ludwig Haas. Wolfgang Heine, Hugo Heine-mann, Wilhelm Kahl, Wilhelm Kolb, Georg Liebster, Peter LippertS. J., Friedrich mahling, Jos. Mausbach, Paul Natorp, FriedrichNaumann, Dietrich von Oertzen, Emil Petri, Heinrich Peus, AugustPieper, Martin Rade, Arnold Rademacher, Wilhelm Rein, fritzRoeßler, Paul Rohrbach, Mor Schippel, Joh. Schmidt, Prinz Schoenaich-Carolath, Ad. Stegerwald, Hugo Thiel, Friedrich Thimme, WilhelmThimme, Gottfried Traub und Walther Waldschmidt. Alle diese Auf-sätze vereinigen sich zu einem Buche gegenseitigen Verstehens undVertrauens und der Unterordnung unter das gemeinsame Wohl. Siealle wollen den Frieden nicht durch Toleranz oder Gleichberechti-gung", sondern durch Achtung vor der gegnerischen Ansicht. Jederdieser Mitarbeiter hat versucht, seinen eigenen Standort zu recht-

fertigen und mancher unterläßt es auch nicht, auf frühere Mißgriffeund Schwächen seiner Richtung hinzuweisen. Solche Selbstkritik hatetwas Erquickendes und zeugt von der Größe der Aufgabe, die sichdiese Menschen gestellt haben: die ehrliche, klare und tapfere Aus-einandersetzung. Man kann an allen diesen gegensätzlichen Aussprachenbeobachten, wie ihnen doch im letzten Grunde das zersetzende Giftder Lieblosigkeit genommen ist, wie sich jeder bemüht, die wertvollen,für das Ganze unentbehrlichen Kräfte darzustellen, wie aber auch dieeigentümlichen Kräfte in den Vordergrund gestellt und gegenseitigauf ihr Wertvolles mit hoher Achtung verglichen werden. Die Wah-

*) Sämtliche hier angezeigten Bücher sind durch die Buchhandlung MorigCrömel, VIII., Laudongasse 71, zu beziehen.

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rung des eigenen Standortes bleibt immer bestehen. Was man willist zuund das scheint mir das Kernhafte des Buches zu seinzeigen, wie die Sonderart des einen nur die naturgemäße Ergän-zung der Sonderart des anderen ist", wieviel Gemeinsames in allenist und wie Haus und Heimat, Erdscholle und Ehre alle zusammen-schmieden. Gottfried Traub faßt das gut in seinem Beitrag in Worte:" Hervorhebung alles dessen, was wertvoll ist. Das müssen die ver-schiedenen Richtungen und Parteien gegenseitig machen. Nur soerhält man die Einigungskraft lebendig. Nicht durch Grundsätze".Die Welt ist größer als ein Programm" und Gott größer als dieweite Welt". Man kann diesen Ton aus allen den Stimmen heraus-hören, die sich hier vernehmbar machen und ohne persönliche Bitter-keit kommen die heikelsten Fragen zur Sprache, die das geistige undkulturelle Leben der Gegenwart bewegen. Und ist das auch nichtrichtig so? Wir sind müde des Kampfes um Worte, wir wollen In-halte und Weite. Wir haben keine Zeit mehr zur Phrase. Es istunaufrichtig, fich das nicht eingestehen zu wollen. Freilich, ohnegegenseitigen Respekt kommen wir nicht weiter, denn die Ehrfurchtmacht den Menschen zum Menschen. Wie kommt man zu diesemSichschätzen? Nur durch eine Wendung vom Menschen zur Sache,von der bloßen Meinung zur Arbeit. Es ist keine Knebelung derPersönlichkeit, sondern vielmehr Leibnizens Bekenntnis, daß die In-dividualität die Unendlichkeit in sich schließt. Wir dürfen die Einheitnie verlieren so sagt jeder in seiner Act in diesem Buchedenn da begänne sofort wieder die innerliche Entfremdung, freilich,zur Einigung kann man nur gelangen, wenn man sich über die In-teressen und Zwistigkeiten der einzelnen Menschen erhebt und unserStreben unter die gemeinsamen Zwecke des Ganzen willig unter-ordnet. Wir sind gemeinsamer Natur, wir sind Deutsche. Ganz imSinne Kants gemeint: Handle so, daß du auch wollen kannst, dieMaxime deines Willens solle allgemeines Gesetz sein; nämlichso, daß du die Menschheit", wie in deiner Person, so in der Personeines jeden anderen, rein achtest. Also nichts für sich wollen, wasnicht für alle. Deutscher Pflichtsinn soll alle Parteien und Richtun-gen durchwirken. Mit dem Sturm der Begeisterung ist es nicht getan.Der vergeht. Um Ausdauer und Bewährung handelt es sich, um dengegenseitigen guten Glauben, um deutschen Willen, deutsches Herzund deutsche Gedanken. Dieser Jdealismus, lebenskräftig und frucht-bar, muß immer wieder Wege finden, um den Adern des deutschenVolkes sich mitzuteilen. Jdealismus ist Leben. Wo die Menschen umJdeale kämpften, haben sie gesiegt. Das wird auch für die Kämpfe"und Ziele des friedens gelten. Er hat kein besseres Motto als dastiefe Wort beim Propheten Hosea( 10, 12):" Säet Gerechtigkeit underntet Liebe; pflüget ein neues, weil es Zeit ist...."

franz Strunz.

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Flugschriften des Vereines Eisernes Oesterreich".Vor kurzem fand die gründende Versammlung eines neuen Vereines: Eisernes Oesterreich" statt. Dieser will sich ausschließlichmit wirtschaftlichen fragen befassen und auf diesem Gebietewieder will er sich vor allem einer Einflußnahme auf die einzelneWirtschaft widmen. Sein Leitspruch steckt ein hohes Ziel aus:" Oesterreich muß in wenigen Jahren aus eigener Kraft wirtschaft-

lich wieder dort stehen, wo es vor dem Kriege stand". Das Mitteldazu sieht er in Arbeit und Sparsamkeit", die richtige Anwendungdesselben erfordert aber eine Neuorientierung jedes einzelnen Haus-haltes, wie sie nur durch eine große volkstümliche Bewegung aus-gelöst werden könne. Jeder Einzelne soll seine Sparsamkeit in solcheBahnen lenken, daß er nicht nur sich selbst, sondern auch der All-gemeinheit nützt; bewußt gute Wirtschaft auf allen Gebieten, imFleinsten Haushalt wie im größten, sparsamste und beste Wirtschaftaus patriotischen Gründen, das will der Verein predigen. Der neueDerein tritt sogleich mit drei Flugschriften von allgemeinem Interessean die Oeffentlichkeit. 1." Jst unser Geld im Kriegeweniger wert geworden?", 2. Krieg und Luxus"von Helene Granitsch, 3. Die Lasten des kommenden