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RESIOTHEK DES VEREINES
RREICHISCHE VOLK WUNDE
Urania
Wochenschrift für Volksbildung
Schriftleitung: Hofrat Dr. Eugen Guglia, Reg.- Rat Prof. Dr. Friedrich Umlauft. Ständige Mitarbeiter: Kustosadjunkt Dr. Hans von Untwicz, Hochschul-Prof. Dr. Mar Bamberger, Univ.- Prof. Dr. Robert Bartsch, Univ.- Prof. Dr. Stephan Braßloff, Univ.- Prof. Dr. Alfons Dopsch, Dozent Dr. Oskar Ewald,Schriftleiter Hugo Gerbers, Hofrat Univ.- Prof. Dr. Rudolf Hermann zu Herrnritt, Dozent Kustos Dr. H. Julius Hermann, Univ.- Prof. Dr. Georg Joannovics,Univ. Dozent Dr. Paul Kammerer, Schriftsteller fats. Rat Dr. Ludwig Karell, Archiv- Dir. Univ.- Prof. Dr. Heinrich Kretschmayr, Hofrat Hochschul- Prof. Dr. JosefNeuwirth, Univ.- Prof. Dr. Eugen Oberhummer, Prof. Dr. Paul Pfurtscheller, Univ.- Prof. Dr. Rudolf Poech, Hochschul- Prof. Dr. Rudolf Saliger, SektionschefDr. Karl Schreiber, Univ.- Prof. Dr. Emil Schwarz, Hochschul- Prof. Dr. Franz Strunz, Kustos Prof. Dr. Heinz J. Tomaseth, Reg.- Rat Prof. Eduard Valenta,Univ.- Prof. Dr. Franz Werner, Ob.- Komm. Jng. G. A. Witt.
X. Jahrgang. Nr. 17
Inhalt:
Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.
Rassenfragen. Von Dr. Rudolf Trebitsch.( mit 4 Abbildungen).
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Buchbesprechungen.Mittellungen der Urania.
28. April 1917
Astronomische Rundschau.us.ünfte. Verschiedenes.
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Rassenfragen.*)
( mit 4 Abbildungen.).
Kaum jemals sind Rassenfragen so sehr im Vorder-grunde des Interesses gestanden, wie in den letztenJahren und auch während dieses Weltkrieges.
Da ergibt sich vor allem die Frage: Was verstehenwir unter Rasse? Man könnte die Antwort dahin zu-sammenfassen: Unter Rassen verstehen wir Menschheits-gruppen, die sich durch einen Kompler von körperlichenMerkmalen gegeneinander abgrenzen lassen. Der Mensch,als solcher entspricht dem naturhistorischen Begriff der,, Gattung", während die Rassen„ Arten" und Unter-arten" darstellen. Die populärste, leichtfaßlichste Einteilunghat Blumenbach geliefert. Er unterscheidet eine ka u-kasische( weiße), mongolische( gelbe), ma-layische( braune), äthiopische( schwarze)und amerikanische( rote) Rasse. Die Hautfarbeist hier, neben mehreren andern Merkmalen, das Ent-scheidende. Bei der leztgenannten Rasse ist zu erwähnen,daß sie eigentlich zur gelben zu rechnen wäre, da derfarbenton hauptsächlich durch eine Körperbemalung er-zielt wird. Diese Klassifizierung trifft nur in groben Um-rissen das Richtige. Es wurde noch weiterhin versucht,unsere Gattung nach der Haarform, nach geographischenMomenten, nach dem Alter der einzelnen Arten odernach der Schädelform zu gruppieren. Besonders die letztereRichtung wurde eine Zeit lang als die alleinseligmachendeangesehen. Da ereignete es sich in Paris, daß ein nam-hafter Gelehrter auf einem Friedhof Schädel ausgrub,die er, auf Grund seiner Forschungen, verschiedenen
Diese Ausführungen stützen sich im Wesentlichen auf folgendeWerke:
1. Dr. Ignaz 3ollschan, Das Rassenproblem, Verl. Wilh.Braumüller, Wien und Leipzig, 1911.
2. Franz Boas, Kultur und Rasse, Verl. Veit u. Co.,Leipzig 1914.
3. Friedrich Hertz, Rasse und Kultur, Verl. Alfred Kröner,Leipzig 1915.
Menschenrassen zuzurechnen müssen glaubte. Er nahm an,daß sie Soldaten der russischen Armee angehörten, die inden Napoleonischen Kriegen gegen die Franzosen gekämpfthatten. Wie groß war die Ueberraschung des betreffendenHerrn, als sich aus amtlichen, später zu Tage gefördertenDokumenten ergab, daß es sich hier durchwegs um sterb-liche Ueberreste von Französinnen handelte, die 1832 ander Cholera gestorben waren! Eine allen Anforderungenentsprechende Klassifizierung zu finden, bleibt wohl einerferneren Zukunft vorbehalten, da die Anthropologie( dieWissenschaft vom Menschen) noch früher viele Vorarbeitenzu erledigen hätte.
für Europa selbst ist man zu folgender Unter-teilung der weißen Rasse gelangt:
1. Eine nordische Rasse, mit Langköpfigkeit,blondem Typus, Blauäugigkeit und Großwüchsigkeit,homo europaeus oder teutonicus.
2. Eine mitteleuropäische Rasse, mit Kurz-köpfigkeit, brünettem Typus, dunklen Augen und Klein-wüchsigkeit; vielfach wird diese Gruppe als homo alpinusbezeichnet.
3. Eine südeuropäische Rasse, mit Lang-köpfigkeit, brünettem Typus, dunklen Augen und Klein-wüchsigkeit, auch homo mediterraneus genannt.
4. Als eine kleine Gruppe müssen wir wohl nochdie dinarische oder adriatische Rasse hinzu-fügen, der ein Teil der in den Pyrenäen wohnendenBasken, die Dalmatiner und manche Balkanvölker an-gehören. Sie zeichnet sich durch Kurzköpfigkeit, brünettenTypus, dunkle Augen und Großwüchsigkeit aus.
Vielfach werden von den modernen Rassentheoriendie Begriffe Volk und Rasse miteinander verwechselt.Unter einem Volk ist eine Menschheitsgruppe zu verstehen,die durch ihre Sprache als eine Einheit charakterisiertwird. Der am meisten gelesene Vertreter der Rassen-theorie ist Houston Stewart Chamberlain mitseinem bekannten Werke:„ Die Grundlagen des neun-zehnten Jahrhunderts". Die erwähnte Rassentheorie geht