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heit der Ruderer ist es zu erklären, daß an diesem flippenreichen Gestade nochniemals ein Unglücksfall vorgekommen sein soll. Alle Schäße Indiens fönntenso einen Seemann nicht von seiner Weigerung, hinauszurudern, abbringen.Unwillkürlich mußte ich an den italienischen Schiffer denken, der mich mit einemFreunde bei stürmischem Wetter gegen eine geringe Überzahlung des üblichenTarifes in die„ Blaue Grotte" bei Capri beförderte und so das Leben von dreiLeuten aufs Spiel setzte. Der himmelhohe Unterschied im Charakter des eng-lischen und des italienischen Volkes kommt in dieser kleinen Episode deutlichzum Ausdrucke.Außer durch das schöne Wetter war ich noch durch die Ebbebei diesem Ausfluge begünstigt. Denn bei Flut ist viel von Giants Causewaymit Wasser bedeckt, dies konnte ich aus der schwarzen Färbung der betreffendenStellen entnehmen, da die stets aus dem Wasser aufragenden Teile deutlicheinen Stich ins Braune zeigen.
Am selben Abende verließ ich noch, entzückt über das Geschaute, denCauseway und Portrush selbst und fuhr nach Belfast. Ein Aufenthalt vonwenigen Stunden genügte mir, um zu erkennen, daß es sich hier um einemit wenig Sehenswürdigkeiten ausgestattete Stadt handle. Interessant waren nurdie an einzelnen Stellen des Ortes konzentrierten Militärpatrouillen, die Kriegs-zeiten vortäuschen konnten. Es waren die letzten Reste einer ziemlich ansehn-lichen hierher beordert gewesenen Truppenmasse, welche dazu gedient hatte, einenGeneralstreit der gesamten Arbeiterschaft Belfasts niederzufämpfen. Die Schorn-steine in der Stadt selbst und in der Umgebung brachten mir zum Bewußtsein,daß es in Irland denn doch eine Industrie gebe; derartigen Baulichkeiten be-gegnet man ja sonst auf der Insel äußerst selten.
Nun ging es zurück nach Dublin, dann nach mehrtägigem Aufenthalte da-selbst am 22. August über Wales und England der Heimat zu.
Wenn ich das landschaftliche Moment in meinen kurzen Schilderungenweniger berücksichtigt habe, so beruht es darauf, daß ich durch den fortwährendenRegen im Genusse und der Beobachtung des Landschaftsbildes sehr beeinträchtigtwar. Trotz seiner erschreckenden Regenmenge lohnt die Insel sicher wegen ihrerethnographischen, sprachlichen und archäologischen Eigentümlichkeiten einen Besuch.Da die Wissenschaft dort, wie mir von vielen Eingeborenen versichert wurde, nichtgerade sehr in Blüte steht, so kann sicherlich auf diesem Gebiete von aus-ländischen Forschern noch vieles geleistet werden. Und dies wünsche ich diesemso interessanten Flecken Erde von ganzem Herzen.
( don)
K. u. t. Hofbuchdruckerei Cart Fromme, Wien.