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der Anstalt nach Hause begleitet, so daß mir der Abschied von dieser Stätte soganz außerordentlicher Gastfreundlichkeit schwer wurde.
Sligo, welches für mich am Wege lag, besuchte ich nun wegen seiner be-rühmten Spizzenindustrie. Gleichzeitig benutzte ich die Gelegenheit, den nahen SeeLough Gill anzusehen. Er ist so recht der Typus des irischen Sees.
Am 16. August beherbergte mich wieder ein ganz kleines Nest, Cloghaneelyin der Grafschaft Donegal an der Nordküste Irlands. In der Umgebung desDorfes finden sich zwei interessante Steindenkmäler bei Gortahork; eines davonist ein sogenannter Cromlech, wahrscheinlich ein Grabdenkmal aus prähistorischer Zeit.Ähnliche Steindenkmäler finden sich reichlich in Irland, Wales, auch in England.Hierher gehört auch die bekannte„ Stonehenge" bei Salisbury. Dieser Cromlech beiGortahork besteht aus einer horizontalen Steinplatte, die von vier senkrechtstehenden Steinen gestützt wird. Die daran knüpfende Sage erzählt folgendes:Fionau Mac- Cool, ein bekannter mittelalterlicher Söldnerführer, verfolgte einenseiner Gegner, Dermathium Grania, durch ganz Irland. Dieser hatte nun einesolche Angst vor dem Erstgenannten, daß er sich niemals traute, in einem Hausezu übernachten und einmal diese Steingruppe als Bett wählte. Die andere Sehens-würdigkeit in der Umgebung von Cloghaneely ist ein kugeliger Stein von einemhalben Meter Durchmesser. Er ist ganz weiß, dürfte daher seiner großen Härtenach aus Milchquarz bestehen und ruht auf einer Säule inmitten einer Wiese. DerStein soll hier schon seit urdenklichen Zeiten liegen, wurde aber erst zu Ende des18. Jahrhunderts in seine jezige Lage gebracht und als Denkmal hier hingelegt,wie eine daran angebrachte Inschrift besagt. An diesen Stein knüpft folgende Sagean, die mir von einem Dorfbewohner zum Besten gegeben wurde: Balar, Herrauf der nahe gelegenen Insel Tory, lebte dort mit seiner Tochter und 11 Dienst-mägden. Es war ihm prophezeit worden, er werde von seinem eigenen Enkelumgebracht werden. Deshalb wollte er nicht, daß seine Tochter heirate und hieltsie förmlich gefangen, damit sie ja mit keinem Mann in Berührung komme. Abereines Tages famen zwölf Ritter auf die Insel und wurden von den rasch ver-liebten Mägden in die Burg eingelassen; einer davon widmete sich ganz BalarsTochter. Nach der nötigen Frist waren zwölf Knäblein da, die alle in Tory zurWelt kamen. Da Balar seinen Enkel von den anderen nicht mit Sicherheit unter-scheiden konnte, ließ er alle Kinder ins Meer werfen, damit sie sicher ertrinkensollten. Aber es geschah ein Wunder und gerade Balars Enkel entrann dem Tode.
Der Gerettete, Mac Neely mit Namen, hörte im Verlaufe der Jahrevon der Tat seines Großvaters und schwur ihm Rache. Als nun dereinst Balar,von Tory kommend, auf Irland landete, erschlug ihn Mac Neely an der Stelle,wo jetzt der Stein liegt. Der Stein heißt aber Cloghaneely, zu Deutsch„ Steindes Neely," nach ihm ward der nahe gelegene Ort Cloghaneely benannt.
Am 17. August 1907 war mir der erste regenfreie Tag in Irland ver-gönnt. Ich verbrachte ihn in Portrush, dem im Osten der Nordküste Irlandsgelegenen, bekanntesten Seebade der Insel. Der Strand ist hier nicht so flach,wie wir ihn beispielsweise von Ostende und anderen ähnlichen Orten her ge-wohnt sind. Im Gegenteile verleihen ein felsiges Ufer und diesem vorgelagerteInseln der Uferlandschaft einen größeren Reiz. Hiermit steht es auch im Zu-sammenhang, daß man hier gleich von der Küste aus schwimmen kann, was auchdurch den nicht so bedeutenden Wellenschlag erleichtert wird. Aber mit echtgroßbritannischer Strenge sind hier Damen und Herren bei dieser Betätigunggetrennt.