Das lachende Buch.
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142.
Kuh und Tochter.
Eines Tages brachte der Hodscha Nasreddineine Kuh auf den Markt; aber er mochte mit ihrherumgehn, wie er wollte, er konnte sie nichtverkaufen. Da sagte einer, der vorüberging, zuihm: Warum führst du die Kuh herum undverkaufst sie nicht?"
,, Ach," sagte der Hodscha, seit aller Frühlasse ich sie ansehn; aber wie sehr ich sie auchangepriesen habe, verkaufen habe ich sie dochnicht können."
Nun nahm ihm der Mann die Kuh ab undführte sie selber herum, wobei er rief: ,, Seht,wie jung sie ist, und dabei ist sie im sechstenMonate trächtig."
Im Nu tamen Kauflustige herbei, und baldhatte einer die Kuh um ein hübsches Stück Gelderstanden. Der Hodscha nahm das Geld undging nach Hause, ganz verwirrt, als hätte ersich betrunken gehabt.
Unterdessen waren zu ihm einige Frauen aufBrautschau gekommen; er hatte nämlich einemannbare Tochter. Seine Frau sagte es ihmund setzte hinzu: Du bist nicht gerade der Ge-