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Das lachende Buch
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Das lachende Buch.

46.

Die Milchbrüder des Fürsten.

Ein Fürst wurde, während er sich in einervon seiner Residenz weit abgelegenen Gegendaufhielt, sehr krank; und nachdem er sich einbißchen erholt hatte, verordneten ihm die Ärzte,jeden Morgen Eselsmilch zu trinken. Er setztesich in seine Sänfte, und man nahm für ihnzwei oder drei Eselinnen mit; mit dem Bauer,der sie führte und betreute, hatte man einemonatliche Bezahlung von vierzig Franken fürihre Fütterung abgemacht.

Ein Monat war verstrichen, und der Bauerkonnte trotz allen Anstrengungen, die er machte,von den Beamten des Fürsten kein Geld be-kommen; schließlich warf er sich vor dem Fürstenauf die Knie und sagte, er könne die Eselinnennicht mehr füttern, wenn er nicht bezahlt werde.

Der Fürst fuhr seine Leute hart an, daß sieden armen Kerl so lang warten ließen, undbefahl seinem Säckelbewahrer, ihm auf derStelle sein Geld zu geben. Nun rief ihn derSäckelbewahrer und zahlte ihm seine vierzigFranken aus.