Das lachende Buch.
21.
Das Kopfwackeln.
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Ein Weber hatte einem Gelehrten etwas zurVerwahrung übergeben. Nach einigen Tagenaber bedurfte er dessen, und so ging er zu demGelehrten, den er auf einem Polster sitzend fandin der Mitte einer Schülerschar, die in Reihenvor ihm stand. Er sagte:„ O Meister, ich brauchedas, was ich dir zur Verwahrung eingehändigt."Der Gelehrte aber antwortete:" Sezze dich undwarte ein Stündchen, bis ich meinen Unterrichtbeendigt."
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Der Weber setzte sich und fühlte sich im Ge-dränge; denn die Stunde des Lehrers zog sichin die Länge. Der Gelehrte hatte aber dieGewohnheit, während des Unterrichts mit demKopfe zu wackeln. Als das der Weber bemerkte,bildete er sich ein, die Kunst des Unterrichtesmöge darin liegen, unter dem Sprechen denKopf zu wiegen, und so sagte er:„ Steh auf, oLehrer, und laß mich deinen Platz einnehmen;ich will einstweilen an deiner Statt mit demKopfe wackeln. Unterdessen kannst du mein Gutherausräumen; denn ich habe keine Zeit zuversäumen."
Dschami.( Mane, 137/Nano 534