Das lachende Buch.
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16/ j.Esopo.
4.
Der karge Abt.
Man erzählt von Klöstern, deren Brüder imAnfange der Gründung, als sie nur wenigeBesitzungen hatten, Gastfreundschaft übten anden Reisenden und liebreich waren zu denArmen und freudig und sorglos Gott dienten;als sie dann reich geworden waren und weiteBesitzungen hatten, da taten sie just dasGegenteil.
So war auch ein Abt, ein harter undunmenschlicher Herr gewohnt, immer Leuteseinesgleichen, die schlechtesten, die er findenkonnte, in das Hospiz und an die Pforte derAbtei und in andere Ämter zu setzen.
Da geschah es, daß ein armer reisenderGaukler, durch den Einbruch der Nacht gezwun-gen, zu den Kloster um Herberge kam; und er mfand weder eine freundliche Miene, noch irgend,welche Milde, sondern es gelang ihm kaum, einStück des schwärzesten Brotes, ein wenig mitSalz gefochten Gemüses und ein hartes undschmutziges Bett zu erhalten.
Als er nun am Morgen mit bittern Gedanken