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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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Guve

Plates, et Olative,

Inzwischen sollen die diplomatischen Verhandlungen der durch die erleuchtetste Wissenschaft gestützt werde, diemit der Rundreise des Lordsiegelbewahrers feststelle, daß das nordische Blut jenesEden wieder in Gang gesetzt werden. Eden wird bereits Geheimnis darstelle, durch welches diemorgen nach Paris reisen und nach einer Unterredung alten Sakramente vernichtet und über-wunden sind".mit Außenminister Barthou nach Berlin weiter.Zu Bergmanns Werk lautet di Begründung: Derreifen, wo er am Montag eine Unterredung mit Reichs-fanzler Hitler haben wird. Am Mittwoch oder Verfasser leugnet die christliche ReligionDonnerstag wird er in Rom von Mussolini emp-fangen werden.

ihre Legitimationen vor. Mit unendlicher Geduld und Liebens-

Umbildung der tschechoslowakischen ürdigkeit geben die Sicherheitsorgane Austünfte und An-

Regierun.

TK. Brag, 14. februar.

Da die Nationaldemokraten infolge der be-folossenen Devalvierung der Krone aus der Koalition undaus der Regierung ausgetreten sind, ist das Kabi-ett Malypetr zurüdgetreten.

Ministerpräsident Malypetr wurde mit der Neu-bildung des Rabinetts betraut, die sich auf dieselbe Roalition wie bisher mit Ausnahmeder Nationaldemokraten stüßen wird.

Dem neuen Kabinett werden nur zwei neuePersönlichkeiten angehören; im übrigen wird nurein Ressortwechsel vorgenommen. Handelsminister wirdder bisherige Arbeitsminister Jan Dostalet( tschechischeVolkspartei); Arbeitsminister wird der bisherige Fürforgeminister Dr. Ludwig Czech( deutscher Sozialdemo-frai); Fürsorgeminister Dr. Alfred Meißner( schechi-scher Sozialdemokrat, bisher Justizminister); Justiz-minister Dr. Jwan Derer( flowakischer Sozialdemokrat,bisher Schulminister). Das Amt eines Schulministersübernimmt der Professor Dr. Iwan Krcmar, Innen.minister wird der tschechische agrarische AbgeordneteDr. Josef Cerny.

Rid ritt des Präsidiums der Nationalbant.

Gleichzeitig mit der Umbildung des Kabinetts hat dasPräsidium der tschechoslowakischen Nationalbankdemissioniert. Es verlautet, daß als Gouverneurder Nationalbank der gewesene Finanzminister Englisausersehen sei.

TK. Brag, 14. Februar.

Mit Rücksicht auf die knapp bevorstehenden Währungs-maßnahmen wurde heute an der Prager Börse der offi-zielle Devisenverkehr sistiert.

Tagesbericht.

Wien, am 14. Februar.

Alltag am Rande des Schreckens.Auch wenn trauriges Faschingsende Geschütz undMaschinengewehrfeuer an der Peripherie der Stabt bröhnt,muß das Leben irgendwie weitergehen. Man muß effen,schlafen, seinen Berufsgeschäften nachgehen. Gerade bei solchen Gelegenheiten bewährt sich der unversiegbare Lebensmutder Wiener, der keine heroischen Gesten tennt und doch allenwirklichen oder vermeintlichen Schrednissen mit der gleichenwern's schon richten,heiteren Gelassenheit begegnet. MirDieser Humor war in diesen trübennur Zeit lassen."Tagen die hellste Leuchte, die an dem üblen Montagabendsogar die fehlende elektrische Beleuchtung ersehen mußte.

Die Einfäufe find natürlich maßlos aufgebauscht worden.Man kann durchaus nicht behaupten, daß die Wiener indiesen Tagen lauter Not- und Angsteinfäufe gemacht haben.Aber es gibt Leute, besonders Frauen, die jeden nur mög,lichen Anlaß zum Einkaufen ach wie gerne benüßen. Gewig,man taufte Kerzen, Brot und Kartoffeln, aber man kaufteauch gerne und eifrig bei den weißen Wochen. DieseWeißen Wochen lassen jest nämlich in den großen Kaufhäusern auf der Mariahilferstraße und in anderen Verkehrs.zentren ihre schneeigen Wimpel flattern und zeigen reizbolldekorierte Auslagen. Und so ist es eigentlich selbstverständlich,daß so manche fürsorgliche Hausfrau den Gemahl angeht:,, Bitte, gib mir zehn Schilling"- der Betrag fann nach obenhin grenzenlos erhöht werden- ,, man weiß nicht, wannwieder eine solche Gelegenheit fommt. Ich gehe sehr gernezu Fuß nach Mariahilf und kaufe rasch zwei Duzend Taschentücher, oder sechs Handtücher oder vier Meter Rohseibe. Manweiß nie, wozu man es brauchen kann."

Jedermann auf der StraßeSolange die Straßenbahn ruht, sieht man große Scharenbon Fußgängern längs der großen Verkehrsstraßen aus denVorstädten zu ihren Arbeitsstätten strömen. Auch Lastautoszirkulieren, die ganze Arbeitsgemeinschaften als Reisegesell.schaften in die Bureaus bringen. Trotz des schneidenden Win-bes, der den Aufenthalt im Freien verleibet, wandern dieLeute in ihrer oft sehr bescheidenen Kleidung ruhig und heiterdahin, wie ja die Wiener in den wirklich schweren Zeitläuftenfast niemals raunzen. Die jungen Leute machen ihre Wibe,die jungen Mädchen zupfen im Vorbeigehen an der Spiegelscheibe eines Geschäftes ihre Löckchen zurecht, ältere Leutestützen sich zur Erleichterung des langen Marsches auf Stödeoder Schirme, die meisten tragen Hand. o'er Attentaschenmit Broviatsäckchen, in denen sich das Essen für den gan.zen Tag befindet. An den Eperren", die den Zugang zurInneren Stadt bewachen, stauen sich die Leute und weisen

weisungen. Troß des furchtbar anstrengenden Dienstes zeigtfein einziger Nervosität und Unfreundlichkeit. Die Passantenihrerseits halten sich ruhig und diszipliniert. Es gibt kleine,fomische Episoden, wenn z. B. ein junges Mädel, das einenfranken Waldi" auf dem Arm trägt, flehentlich bittet, in dieeinem bestimmten Tierarzt gelassen zu werden.Stadt zuNach einigem Hin und Her wird Waldi die Passage frei gegeben und der Wachhabende streichelt sein braunes Fell. 8weiund ein kleineres Mädel,Kinder, ein breizehnjähriger Bubwollen eine franke Großmutter besuchen. Sie tragen Palm-fäßchen in der Hand, die ersten vielleicht von den WienerWalbhängen am Rande der Stadt, eine frühe Vorfrühlings-Urb während bonfonne spielt über die grauen Knospen.Floridsdorf und Ottakring noch immer Schüsse dröhnen, weißman nur einen Wunsch und ein Gebet, daß für dieses imGrunde fo gütige und liebenswürdige Bolt endlich ein Palm-fonntag des Friedens und der liebenden Gemeinschaft hereinJ. W.brechen möge.

Kalender für Freitag, den 16. Februar 1934. Ratholiten:Sonnenaufgang: 7.8.Juliana. Grien: Simeon.Sonnenuntergang: 17.23. Mondesaufgang: 7.55.untergang: 20.50.

Mondes.

die

Auszeichnungen und Ernennungen. Der Bundes-präsident hat dem niederösterreichischen Landesrechnungs-direktor i. N. Franz Botty in Anerkennung feiner imRuhestande erworbenen Verdienste das ilberne Ehren-zeichen, der Medizinalratsgattin Gisela KarolineSchiffer in Wien in Anerkennung ihrer Verdienste auffaritativem Gebiete das goldene Berdienstzeichen, demSchuldirektor i. N. Josef Rudolf Sergg in Leibniz inAnerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete desFeuerwehr- und Nettungswesens das filberne Verdienst-zeichen, dem gewefenen LAbg. Johann Dangl. Bürger-meister in Inning, die goldene Medaille, der Präfi-dentin des Vereines der niederösterreichischen Landes-findergärtnerinnen Marie Kern in Hollabrunngoldene Medaille, der Frau Marie Pellizotti inLinz in Anerkennung ihrer Verdienste auf faritativemGebiete die große silberne Medaille, dem Kommandantender Freiw. Feuerwehr Altbürgermeistr Josef Faistauerin Waidhofen( Salzburg) die große filberne Medaille, denBergführern Valentin Unterkirchner, Josef KollerAler Granögger, Anton Gollmißer und JosefBernhard in Heiligenblut in Anerkennung einer untereigener Lebensgefahr bewirkten Lebensrettung die fil-berne Medaille, dem Spenglergehilfen Otto Walfer inGreifenburg in Anerkennung einer von ihm bewirktenLebensrettung die silberne Medaille und dem KutscherKlosterHanis inMarienberg diePeterEhrenmedaille für vierzigjährige treueDiensteverliehen.Der Bundesminister für fozialehat denVerwaltungBezirkssanitätsfommissärDr. Reinhold Bildner( Burgenland) zum Bezirksfanitätsoberkommiffär ernannt. Anläßlich der zehntenJahresausstellung des Vereines der Eisenstädter Kunstfreunde wurde vom Bundesministerium für Unterrichtdem akademischen Maler Franz Elef.Gimed dieStaatspreismedaille zuerkannt.

Personalnachrichten. Der Heilige Bater empfing heuteden Gesandten a. D. Post, der als Präsident der Gesell-schaft zur Förderung österreichischer Kunst im Auslandeanläßlich der Eröffnung der Internationalen Aus-stellung für Kirchenfunst in Nom weilt, in Privataudienz. Der Heilige Vater sprach bei dieser Gelegenheitmit bäterlicher Liebe über Bundeskanzler Dr. Dollfuß,worauf er in deutscher Sprache dem Gesandten Post fürihn selbst und seine Angehörigen, für die österreichischeBundesregierung und für das österreichische Volk denapostolischen Segen spendete. Der amerikanischeGesandte in Desterreich Earle reist morgen an Borddes George Washington" nach Wien zurück. Derfönigl. ungarische Gesandte Eugen Nelky hat einenmehrwöchigen Urlaub angetreten. In seiner Abwesenheitführt Legationsrat Baron Georg Bafach Beisenheidie Geschäfte.Bundesminister Schmitz hat heute dieim Polizeispital, im Nudolfsspital und im Allgemeinender ErekutiveKrankenhaus untergebrachten Verletztenbesucht. Der Sprechtag beim Bundeskommissär DoktorSteidle entfällt Donnerstag.

Es wird wärmer. In ganz Desterreich herrschteheute fast wolkenloses Wetter. Am Worgen gab es vielfachstrenge Fröste, mittag hatten die meisten StationenTemperaturen über Null. Der Polarlufteinbruch ist vorüber, milde nordwestliche Strömungen geminnen dieOberhand. Wetteraussichten für Donnerstag:Morgens noch ziemlich heiter, vielfach Frost, tagsüberzunehmende Bewölkung, starker Temperaturanstieg.meldungen: Gleichenberg heiter 5, Gmunden