Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
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Liebesspiele sie nun vermissen. Ende Juni, nach der Sommer-sonnenwende, hört er auf zu leben.

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Zu unterscheiden von dem großen Dorfmaienbaumsind die vor den einzelnen Häusern aufgepflanztenMaien. Zu Pfingsten( Deutschland), auch am ersten Mai( Frankreich, Italien), auch am Himmelfahrtstage( Rumänien)setzen die jungen Burschen einen Maien( Birke oder Tanne)nachts vor das Haus( Tür, Fenster, Dachgiebel) des ge-liebten Mädchens. Der Brauch ist ebenfalls alt, schon imXIII. Jhdt. bezeugt, und durch ganz Deutschland, Frank-reich, England, Rußland, auch Spanien, Italien, Rumänienverbreitet. Auch hier haben wir es mit uralten erotischenVorstellungen zu tun: der männliche Baumdämon wird mitdem verliebten Burschen identifiziert; er ist der männlicheDoppelgänger des Burschen, der statt des Burschen zueigen der Geliebten wird. Das tritt noch deutlicher her-vor, wenn der Geliebte seinen Namen in die Rinde desBaumes gekratzt hat. Dies ist der alte, ursprünglicheSinn des Brauches; ein jüngerer, späterer ist der, daßdieser Maienbaum das Abbild und Symbol des geliebtenMädchens selbst ist. Die Maie ist die Doppelgängerin desMädchens geworden. Sie ist das Wesen, die Seele, dasalter ego des Mädchens selbst. Ein Nachklang solcherVorstellungen liegt in der Sitte, den Namen geliebterMädchen in die Rinde eines schönen Baumes zu kratzen.Er wird damit der Geliebten geweiht, er ist ein Teil vonihr, ihr Abbild geworden. Die Sitte ist uralt, wird schonbei den Hellenen bezeugt. Man dedizierte Bäume denGöttinnen wie den Geliebten, indem man ihre Namen indie Rinde der Bäume schnitt. So weihten die Bojäer derArtemis Soteira eine Myrthe, so weiht Properz die Fichteund die Buche seiner Cynthia und schreibt ihren Namenauf sie( Prop. I. 18, 21 fg.). Kallimachos sticht den Namenseiner Kydippe in die Blätter des Baumes( Schol. Aristoph.Acharn. 144)..

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So schön die Maien war, so hoch schätzte man Schön-