Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
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unzüchtige Kindeln verbietet: ,, da die großen, starkenKnecht den Leuten in die Heusser laufen, die Mägde undWeiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber entblößen und mit Gerten oder Ruten hauen".Im Kassubenlande hob man noch 1850 den Frauen dieRöcke hoch und peitschte sie auf den bloßen Leib. Invielen Gegenden Deutschlands peitscht man an den Kindel-tagen noch heute mit der Lebensrute Mägde aus denBetten, also wenn sie nackt sind. Auch Mantuanus, derCarmelitergeneral Spagnoli( 1518), berichtet in seinemFestkalender den italienischen Festesbrauch zu seiner Zeit,daß die verborgenen Körperteile( membra recondita) ge-schlagen wurden. Tilemann bekundet, daß man den Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibernden Hintern entblößte und ihn mit Ruten strich.*) Zu-letzt verweise ich auf den analogen Brauch bei den Tieren:man peitscht die Tiere, besonders die Kühe mit der Lebens-gerte der Eberesche auf Hüfte, Kreuz und Euter, also aufdie Fruchtbarkeits- und Geschlechtsgegend( Iserlohn inWestfalen). Erst in späterer Zeit schlug man auf andereKörperteile, auf die Schenkel, die Waden, den Rücken( beidiesen Teilen ist eine erotische Anspielung noch erkennbar),auf die Füße, die Knöchel, die Hände, die Finger.

Die Namen des Brauchs sind mannigfaltige. Amdeutlichsten reden die Benennungen: fuën", fuden",,, fudeln",, futteln"( von vut, vud muliebria) und kindeln"(= Kinder machen)," quitzen"( im Mecklenburgischen, vgl.quîken kräftig, lebendig machen, erquicken), dengeln"(= hämmern, noch heute als erotisches Wortcoire, be-gatten gebräuchlich). Andere Namen sind:" peitschen".( Böhmen), aufhauen", aufpeitschen"( Voigtland),, fitzeln"( Bayern: Hof mit Ruten streichen), stäupen", stiepen"( Altmark, Neumark, Uckermark)" pfeffern"( der Name rührt

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*) Tilemanni commentatio histor. moralis von dem Recht dernackigten Häupter, Brüste, Bäuche, Schaam und Füße Cap. III§ 2:mulieres sibi obviam factas inhonesto joco interdum denudatis posteriobusvirgis vel etiam herba aliqua pungente feriunt tempore quadragesimaliim Fastnacht.