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rot erscheint und daß bei kleinen Pflanzen rote, gelbliche,weiße Säfte entströmen.
Nun muß man freilich drei der Zeit nach verschiedeneStufen dieser Identität und Gleichsetzung derPflanzen mit den Menschen unterscheiden. Ursprünglichbricht sich diese Vorstellung Bahn: die Pflanze ist mit demMenschen durchaus gleichartig, sie hat eine Seele wie er,die ihrige ist in einen Pflanzenleib, die seinige in einenMenschenleib gebannt. Später hieß es, daß die Pflanzeder Sitz einer zeitweilig in sie entrückten Menschenseele sei.Pflanzen sind verwandelte Menschen, also Metamorphosender Menschen in Pflanzen. Dieser Glaube gipfelt darin, daß derMensch nach dem Tode in den Pflanzen weiterlebt, die entseelteHülle wird in das lebenspendende Gewächs aufgenommen.Man sieht deutlich, wie dieser Glaube sich entwickelnkonnte: aus dem Grabe, aus dem Leibe des Begrabenensprießen Bäume, Sträucher, Blumen hervor, das ist derTote in seinem neuen Leben. Dieser Glaube findet sichin scharfer Ausprägung bei den Hellenen, Germanen, wieJapanern. Zuletzt ist die Anschauung durchgebrochen,daß in jeder Pflanze eine eigenartige Seele, ein Dämon,hause, der den Menschen bald gut, bald böse gesinnt ist.Die„ seligen Fräulein", die„ grünen Fräulein", die" Wild-und Holzleute", die ,, Holzmännlein und Holzfräulein" undwie sie heißen mögen, sind allesamt im Grunde weiternichts als solche Dämonen von Waldbäumen. Ihre eroti-schen Verhältnisse zu den Menschen zeigen uns deutlich,daß der Sexualtrieb der Pflanzenwelt durchaus menschlichauch in diesem dritten Stadium erfaßt worden ist. Dasgesamte Menschengeschlechtsleben ist auch auf sie über-tragen worden. Es gibt also drei verschiedene Etappender Pflanzenweltbeseelung, aber sie werden alle drei ohnenennenswerteu Unterschied für unsere Untersuchungen überVolkserotik bleiben.
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Betrachten wir nun das geschlechtliche underotische Verhältnis, in dem Menschen und Pflanzen