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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Burkhard Pöttler

Originalplänen, wie sie seit der Biedermeierzeit fallweise vorhanden sind,einiges an neuen Erkenntnissen zu gewinnen( Dimt 1984, 1994; Moser1996), aber auch eine genaue Schichtenanalyse am Baubestand selbstwäre noch zu forcieren( Dimt 1975; Moser 1975b). Die soziale Auswei-tung des Untersuchungsgegenstandes, etwa auf Bergbausiedlungen( z.B. Biermann 1984), aber auch die grenzüberschreitende Behandlung vonTeilaspekten( z. B. Arkadenhäuser 1990) brachten stets neue Aspekte indie Hausforschung ein.

Neuere Umbrüche in der Baukultur, wie sie regional unterschiedlich- im 20. Jahrhundert mit dem Einsatz und der größeren Verfügbarkeitkünstlicher Baumaterialien wie Beton oder Asbestzementplatten auftreten,stehen jedoch nur selten im Interesse volkskundlich- gefügekundlicherHausforschung. Hier verlagern sich die Schwerpunkte der Forschungstärker auf Funktionen, auf Einstellungen zum Haus und Motivationenfür die Art des Bauens und so weiter( vgl. z. B. Mayer 1993, 17f.). Auchder Umbau von Bauten, die Adaptierung, die Einbindung in die umge-benden Strukturen sowie Aspekte des Denkmalschutzes erlangen im Zugeeiner gegenwartsorientierten Hausforschung größere Bedeutung. Mit derstärkeren Berücksichtigung der Einstellung des Menschen zu seinemHaus ergibt sich aber gleichzeitig auch eine noch größere Nähe zwischenHaus- und Wohnforschung, die ohnehin oft nur mühsam und aus Gründender Wissenschafts- Systematik zu trennen sind. Diese Entwicklung wurdenicht zuletzt auch durch eine Erweiterung der Gefügeforschung erreicht,wie sie zunächst durch Joachim Hähnel durch seine Unterscheidung vonBau-, Raum- und Funktionsgefüge( Hähnel 1969) und in weiterer Folgedurch Konrad Bedal durch die Gliederung in Bau-, Raum-, Funktions- undSozialstruktur eingeführt wurde( Bedal 1976).

3. Wohnforschung

Klarerweise spielt der Aspekt des Wohnens auch im Bereich der Haus-forschung" eine unterschiedlich große Rolle; darüber hinaus gibtes jedoch auch eine spezialisierte Wohnforschung, die das Haus per se,also die Baustruktur, mehr oder weniger vernachlässigt und erst bei derRaumstruktur, der Anordnung und Gliederung der Räume als Rahmenfür das Wohnen ansetzt.

Auf das teilweise vorhandene gegenseitige Unverständnis zwischen( volks-kundlichen) Hausforschern und Wohnforschern hat Gunter Dimt hingewie-sen( Dimt 1989, 43-47): Vor allem von seiten der Wohnfor- schung wirddie doch stark technisch orientierte Hausforschung im engeren Sinn oft als

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