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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Vom Bauernhaus zur Wohngemeinschaft

sie besonders im Bereich der Dachkonstruktionen auftreten( vgl. Moser1976, 1-22).

Als Beispiel für die Gehöftterminologie sei der Begriff des, Vierkanthofs"oder, Vierkants" genannt: Anfangs recht allgemein für ein viertraktigesGehöft mit einigermaßen geschlossenem Grundriß und ebensolcher Dach-fläche verwendet, schlug Gunter Dimt vor, diesen Begriff einzugrenzenauf ein regelmäßiges, allseits völlig geschlossenes Gehöft mit- imIdealfall quadratischem Grundriß und ebensolchem Wirt- schaftshof,durchgehend zweigeschossig, ungebrochene First- und Traufenlinie, wasder ,, Idealform" des Vierkanters im 19. Jahrhundert entspricht( Dimt 1984,213). Damit wäre der Vierkanthof auf Teile Ober- und Niederösterreichsbeschränkt. Diese gewiß sehr strenge Definition, die sich noch nichtallgemein durchsetzen konnte, wurde durch Vera Mayer wieder aufge-weicht, indem sie den Begriff, Vierkanthof" für jedes viertraktige Gehöftmit durchgehender Firstlinie verwendet und daher auch für Gehöfte dessüdlichen Burgenlandes( Mayer 1993, 41f.).

Arthur Haberlandt zeigte das Problem einer einheitlichen Terminologiebereits in den fünfziger Jahren auf( Haberlandt 1957), und auch späterwurde immer wieder auf die Notwendigkeit einer einheitlichen Termi-nologie hingewiesen( z. B. Gebhard 1984), ohne daß sich daraus jedochnachhaltige Konsequenzen ergeben hätten. Sind schon für relativ einfacheKonstruktionsdetails Schwierigkeiten in der Terminologie vorhanden( vgl.Lukas o. J.), so ist die Schaffung einer einheitlichen Terminologie beieiner so komplexen Erscheinung wie dem Haus noch problematischer:Grundriẞgestaltung( von Gehöften und Einzelgebäuden), Wand- undDachkonstruktion, Baukörper, Funktion, sozioökonomische Verortungsind nur einige Aspekte, die bei einer solchen Terminologie zu berück-sichtigen wären. Dazu kommen die regionalen Differenzierungen, dieteilweise als Unterkategorien einer Typologie berücksichtigt werdenmüssen, teilweise aber auch an erster Stelle stehen( z. B. Hausruck- hof").Bei der interdisziplinären Kommunikation- etwa mit Architekten oderGeographen- erhöht sich dieses Problem noch bedeutend, da hier wiederandere Begrifflichkeiten verwendet werden.

Standen für die ältere Hausforschung lange hauptsächlich die Altformendes bäuerlichen Hauses im Mittelpunkt des Interesses, für die mehr oderweniger gewachsene Strukturen und vor Ort vorhandene Materialienangenommen wurden, so werden nun zunehmend auch Umbruchsphasenund der Einfluß der Baubehörden genauer untersucht und analysiert. Hierist besonders aus dem Vergleich des noch erhaltenen Baubestandes mit

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