Vom Bauernhaus zur Wohngemeinschaft
bereits vorweggenommen. Klaar leistet auch wesentliche Arbeiten fürdie weitere Haus- und Siedlungsforschung: Seine„ Siedlungsformenkarte"( Klaar 1942b) wird nicht nur selbst nach wie vor herangezogen, sondernbildet( e) vor allem eine wesentliche Grundlage für alle jüngeren, oft nurfür kleinere regionale Einheiten erstellten Karten dieser Art, auch wennTerminologie und Typologie heute nicht mehr in allen Punkten haltbarsind. Klaar leistet aber auch- großteils in Privatinitiative- sehr vielDokumentationsarbeit, besonders im Donauraum, in Salzburg und derSteiermark, wo er seine Forderung nach einer„ technischen Hausbaufor-schung" in die Praxis umsetzt.
2.5. Die Zeit seit 1945
Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bringt auch in Österreich einenzunehmenden Einfluß der hauskundlichen Gefügeforschung mit sich. Diemöglichst genaue zeichnerische Aufnahme mit Grundrissen und Schnit-ten wird in hauskundlichen Arbeiten zum Standard, womit gleichzeitigkonstruktiven Details im Wand- und Dachbereich besondere Bedeutungzukommt. Die Unterstützung bzw. Ergänzung dieser Arbeit durch neueretechnische Verfahren und Methoden, wie etwa die Dendrochronologie unddie Photogrammetrie, wurde jedoch in der volkskundlichen HausforschungÖsterreichs aus verschiedenen Gründen bisher kaum praktiziert.
Große Bedeutung hat die Hausforschung für eine Reihe von SchülernViktor Gerambs, die sich – wenn auch nicht ausschließlich- doch sehrintensiv diesem Gebiet der Volkskunde zuwenden. Zu nennen sind hierOskar Moser, Franz Carl Lipp, Kurt Conrad und Viktor Herbert Pöttler,die sich nicht nur in zahlreichen Publikationen mit dem Haus beschäfti-gen, sondern auch der Idee des Freilichtmuseums, die schon Geramb inGraz zu verwirklichen suchte, in ihrem Wirkungsbereich zum Durchbruchverhelfen. Während Lipp schwerpunktmäßig den Bereich des Wohnensund der Möbelforschung vertritt, spielen bei den drei anderen Forscherngefügekundliche Ansätze eine wesentlich größere Rolle.
Die zunehmende Bedeutung der Detailforschung- sowohl in regionalerals auch in thematischer Hinsicht- weckte gleichzeitig auch das Bedürfnisnach neuen zusammenfassenden Darstellungen. Diese Zusammenfas-sungen gibt es für einzelne Bundesländer in den Regional- Atlanten undDehio- Handbüchern, fallweise aber auch in monographischer Form, wiez. B. für Kärnten( Moser 1974). Für Gesamtösterreich bestehen solcheÜberblicksdarstellungen in der Volkskunde für jedermann( V. H. Pöttler1952), im Sammelwerk Haus und Hof in Österreichs Landschaft( Haus
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