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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Burkhard Pöttler

Alwin Seiferts Buch über Das echte Haus im Gau Tirol- Vorarlberg( Seifert1943), das die Ursprungssuche und die Frage der Echtheit, die sonst vorallem in anderen Bereichen der Volkskunde, wie etwa der Volkslied- undTrachtenpflege, von besonderer Bedeutung war, verbindet.

Auch in der Terminologie wird die stammesmäßige Betrachtungsweisegut sichtbar. Ein Begriff, der sich besonders lange gehalten hat und vorallem in der populären Literatur auch heute noch zu finden ist, ist der des,, fränkischen Hauses und fränkischen Gehöftes. Diese Bezeichnung fürdas später meist mitteldeutsch genannte Haus und Gehöft taucht schonbei Alexander von Peez( Peez 1858/59, vgl. auch Moser 1991, 336) fürHäuser mit einem Mittelflurgrundriß auf, bei denen im hinteren Teil desFlurs die( zunächst schwarze) Küche untergebracht ist. Diesem Begriffwidmet Arthur Haberlandt einen eigenen Aufsatz( Haberlandt 1942), under behält ihn auch in späteren Publikationen bei( Haberlandt 1953, 50-52;vgl. auch Bockhorn 1994b).

Eine neue Richtung der volkskundlichen Hausforschung, die bereits inden dreißiger Jahren in Deutschland ihre ersten Erfolge feiert, kann sichum diese Zeit in Österreich noch nicht durchsetzen: die hauskundlicheGefügeforschung, die besonders im Rahmen kleinräumiger Bestandsauf-nahmen das konstruktive Detail in den Mittelpunkt des Interesses stelltund so zu neuen Erkenntnissen gelangt, die im Rahmen vorschnellerethnischer Zuweisungen und gesamtheitlicher Betrachtungen des Hausesnicht möglich waren. Charakteristischerweise entwickelte sich diese neueArt der Forschung zunächst im Bereich des Ständer- und Fachwerkbaus,der bezüglich seiner konstruktiven Details eine größere Variabilität zubieten hat als der alpine Blockbau( vgl. Bedal 1993, 15).

In Österreich trägt diesem Aspekt, der eine intensive technisch- zeichneri-sche Erfassung voraussetzt, zunächst besonders Adalbert Klaar Rechnung,der 1942 Aufgaben und Ziele einer technischen Hausbauforschung inder Wiener Zeitschrift für Volkskunde darlegt( Klaar 1942a). Er kritisiert- obwohl selbst Architekt nicht zuletzt auch die Techniker, die, wennsie sich überhaupt dem Bauernhaus zuwenden, höchstens interessanteDetails aufnehmen. Klaar fordert demgegenüber eine komplette technischeMaẞaufnahme mit Grundrissen und Schnitten als Grundlage für die wis-senschaftliche Bearbeitung. Diese Haus- und Siedlungs- formenforschungzusammen mit einer wirtschaftlich- geographischen Bearbeitung und derGeschichts- und Volksforschung kann erst ein vollgültiges wissenschaft-liches Urteil über die Entwicklungsfragen fällen( Klaar 1942a, 35). Derumfassende, interdisziplinäre Ansatz wird hier- zumindest als Forderung

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