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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Burkhard Pöttler

1991, 339). Teilweise waren in diesen Arbeiten durchaus auch heute nochakzeptable Ansätze vertreten: Gegenüber einem ungleich homogenerenBestand an Bauten als später hielt man sich schon damals an das Prinzipder Veränderlichkeit und der Zeitanpassung im Bauen und Wohnen. Mantrachtete, die Gebäude in ihr Ambiente von Dorf, Feld und Flur einzu-binden, übersah selten die sozio- ökonomischen Existenzgrundlagen derBauträger und Bewohner und verwendete seit Meringers Forschungen auchgroße Sorgfalt auf die Innenausstattung der Gebäude, deren gewissenhafteund genaue Dokumentation beispielsweise durch Bünker in allen seinenUntersuchungen nach Wörtern und Sachen besticht und später eigentlichnie mehr in dieser konsequenten Weise erfolgt ist( Moser 1991, 340).Schon 1893 bietet Bancalari unter dem Titel Die Hausforschung undihre bisherigen Ergebnisse in den Ostalpen eine erste Zusammenfassungder noch eher spärlichen Ergebnisse( Bancalari 1893); der Aufsatz zeigtaber den großen Enthusiasmus, mit dem an die Thematik herangegangenwurde.

Neben den Österreichern tragen auch deutsche Hausforscher zum Wis-sen über den österreichischen Baubestand bei, etwa Karl Rhamm, dervor allem für Kärnten einige wesentliche Ergebnisse liefert( siehe z.B. Rhamm 1890), aber auch in den Überblickswerken wird Österreichmitbehandelt.

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Die Zeit nach 1900 war auch die Zeit der großen Tafelwerke, die mittelsmöglichst genauer Planaufnahmen einen Überblick über den Bestand an,, Bauernhäusern eines Landes bieten sollten, in ihrer Auswahl jedoch-zeittypisch teilweise recht stark die besonders reich ausgestatteten Bau-ten bevorzugten und somit das repräsentative" Bild, das sie anstrebten,eigentlich verfehlten. Auch die Verwendung des Begriffs Bauernhausim Titel ist irreführend wenn auch für die Zeit typisch-, da keineswegsnur Wohnhäuser von Bauern, sondern vielmehr auch solche von Bürgernund Keuschlern abgebildet wurden. Um 1900 erschien Johann W. Dei-ningers Werk über das Bauernhaus in Tirol und Vorarlberg( Deininger o.J.), 1901-1906, gleichzeitig mit einem entsprechenden Werk für Deutsch-land und vier Jahre nach einem für die Schweiz, wurde von seiten desÖsterreichischen Ingenieur- und Architektenvereines Das Bauernhausin Österreich- Ungarn und in seinen Grenzgebieten herausgegeben. AlsErgänzung zum umfangreichen Tafelteil bot der Textband zwei Arbeitenvon Anton Dachler und Michael Haberlandt( Bauernhaus 1901-1906).Die raschen Veränderungen in dieser sich entwickelnden Disziplin sind ausder Vielzahl von Forschungsberichten zu ersehen: nach dem schon genann-

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