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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Vom Bauernhaus zur Wohngemeinschaft

Neben dem, Sammeln von Originalobjekten und Modellen spielte auchdie Sammlung von Plänen eine besondere Rolle, vor allem im Kreis vonArchitekten. So lieẞ Arthur Freiherr von Hohenbruck einen Teil der über300 von ihm zusammengetragenen Planaufnahmen von Bauernhäusernvon Carl A. Romstorfer umzeichnen. Diese Pläne wurden 1878 bei derWeltaus- stellung in Paris in einer handkolorierten Version gezeigt undspäter auch gedruckt( Hohenbruck/ Romstorfer 1878).

2.2. Der Beginn der wissenschaftlichen Hausforschung

Die wissenschaftliche Hausforschung hielt in Österreich später Einzugals etwa in Deutschland, wo ihr Beginn allgemein mit dem ArchivarGeorg Landau gesehen wird, der 1855 auf der Tagung der DeutschenGeschichts- und Altertumsvereine in Ulm erstmals die wissenschaftlicheErforschung des Bauernhofes und seiner Teile als wichtiger Quellefür die Geschichte forderte( Bedal 1993, 12f.). So nimmt zwar der JuristAlexander von Peez, der seit 1858/59 mit Aufsätzen zur Hausforschunghervortritt, 1866 die österreichische Staatsbürgerschaft an( Moser 1991,335), sein Forschungsschwerpunkt bleibt jedoch zunächst noch außerhalbder österreichisch- ungarischen Monarchie. Er war es aber auch, der 1891,sozusagen bei der Institutionalisierung der wissenschaftlichen Hausfor-schung in Österreich, in den Mitteilungen der Anthropologischen Gesell-schaft in Wien unter dem Titel Das Bauernhaus in Österreich- Ungarneinen Grundstein für die österreichische Hausforschung legte. Den starkenEinfluß des Stammesgedankens( der nicht nur bei Peez zu finden war)zeigt dabei seine Einteilung der österreichischen Hausformen in viervorwiegend ethnisch bestimmte Gattungen( das deutschslawische Haus,das magyarische Haus, das alpine Holzhaus, das romanische Steinhaus)und die Sonderform des türkischen Hauses in den okkupierten Ländernder Monarchie( Peez 1891, 57).

Ebenfalls 1891 hält der Sprachwissenschaftler und IndogermanistRudolf Meringer im Rahmen der Anthropologischen Gesellschaft seinenVortrag Zur Erforschung des Bauernhauses( Anthropologische Gesell-schaft, Sitzungsberichte 21, 1891,[ 67]; Meringer 1891). Diese Phaseder österreichischen Hausforschung war durch eine stark deskriptiveZugangsweise geprägt, die neben Meringer vom Gewerbeschulprofessorund Konservator, Architekt Carl A. Romstorfer( Wien), dem k. u. k. OberstGustav Bancalari( Linz) und dem in Ödenburg wirkenden Lehrer JohannReinhard Bünker getragen wurde. Ihr Forschungsfeld bildeten nebendem heutigen Österreich auch andere Teile der Monarchie( vgl. Moser

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