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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Volkskunde in Österreich nach 1945

Fielhauer 1981) und interpretierte diese entlang einer kritischer Theorieverpflichteten Verdinglichungs- und Entfremdungsthese, die ihrerseitsdem radikal- aufklärerischen Sendungsbewußtsein jener empirischenKulturwissenschaftler der ersten Stunde Pate gestanden war. Auch diezeitgemäße Aktualisierung der Marx- und Marxismusrezeption und-dis-kussion wußte er insofern in die Praxis umzusetzen, als er 1982 im Zugeeiner Gastprofessur an der Berliner Humboldt- Universität die Auseinan-dersetzung mit der DDR- Volkskunde suchte.

War diese Auseinandersetzung mit real existierender Gesellschaftsutopiefür Fielhauer zwar wohl teils ernüchternden, in summa jedoch anre-genden Charakters, kann solches von den Angriffen, denen er sich imeigenen Land ausgesetzt fand, nicht behauptet werden. Soweit diese inpersönlichen Ressentiments gründeten, sollen sie freilich hier nicht in-teressieren und der zeitgenössischen Fama überlassen bleiben; und wennauch Wolfram etwa in einer Kritik an Fielhauers Arbeit über, Maulgabe'und' Mahlgemeinschaft( Fielhauer 1973) in dem darin seiner Auffas-sung nach dokumentierten Streben, Selbständigkeit durch ein gewissesAbstandnehmen von mir darzutun, eine emotionale Triebfeder zu er-kennen vermeinte( Wolfram 1974, 143), so liegt der solcherart geortetenDistanzierung seines ehemaligen Schülers gewiß vor allem dessen immerstärkerer Impetus zugrunde, wissenschaftliches Erkenntnisinteresse vomgesellschaftlichen Prozeß nicht abzukoppeln und die Frage nach Nutzenund Nachteil der Volkskunde( vgl. Kramer 1970) nicht in Plädoyer[ s]für gestalthaftes Sehen"( Wolfram 1970) versickern zu lassen.Was sich in Differenzen wie der hier exemplarisch angedeuteten spiegelt,ist die generell wachsende gegenseitige Entfernung der Standpunkte,sind die zunehmenden Kommunikationsbarrieren in der Disziplin, derenVertreter höchst unterschiedliche Überzeugungen hinsichtlich des Wis-senswerten in der Volkskunde und deren Fachspezifik( Bausinger 1980)hegten. Schlagwortartig polarisierend gesagt, standen mit der Zeit auchhierzulande in gegenseitiger Verständnislosigkeit die Verfechter einer,, nostalgisch- retrospektive[ n] Bezugsrichtung( Greverus 1969) jenenProtagonisten einer entzauberten Volkskunde( Bessler 1970) gegen-über, die unter Rückgriff auf mitunter recht heterogene und divergenteMethodik aus benachbarten bzw. zu Nachbarwissenschaften deklariertenDisziplinen den Standort der Volkskunde aus dem Bereich bloßerHarmlosigkeiten( Bausinger 1971, 270) zu verlegen und sozialwissen-schaftlich zu fundamentieren suchten. Mit zunehmender Rezeption desdisziplinären Strukturwandels in Deutschland- seinerzeit wohl tatsächlich

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