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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Herbert Nikitsch

schen Volksmusikgutes( Suppan 1979, 285ff.; Nikitsch 1992, 42ff.), hatteneinen großen Teil der Bestände verloren: so wurde in Kärnten beispiels-weise die Handschriftensammlung des dortigen Volksliedarchives vonFlüchtlingen zur Gänze verheizt"( Schmidt 1947a, 165). Mit viel GlückKrieg und Kriegsfolgen überdauert( Schmidt 1948, 2) hatten dagegendie musealen Sammlungen in Graz, Innsbruck und Wien: Im Haus in derWiener Laudongasse etwa verzeichnete man nur geringen Gebäude- undVitrinenschaden( Schmidt 1947a, 165) und konnte bereits im März bzw.Oktober 1946 die ersten Sonderausstellungen über Volksschauspiel inÖsterreich und Österreichische Trachten in der Volkskunst und im Bil-de"- letztere übrigens als Beitrag zu den staatsbildend intendierten Feiern, 950 Jahre Österreich( Gutkas 1996, 665) eröffnen.

Völlig neu muẞte der volkskundliche Publikationsmarkt aufgebaut werden:Die meisten landes- und heimatkundlichen Zeitschriften der einzelnenBundesländer entsprechend den regionalen Forschungsschwerpunktenvieler Fachvertreter immer auch von Bedeutung für die Volkskunde( Schmidt 1947a, 168) wie auch die beiden wichtigsten namentlich, volks-kundlichen Organe Österreichs, die Wiener Zeitschrift für Volkskunde undDas deutsche Volkslied, hatten 1944 ihr Erscheinen eingestellt. LetzteresPeriodikum wurde 1947 im 48. Jahrgang von der Österreichischen Ge-sellschaft für Volkslied- und Volkstanzpflege( Volksgesang- Verein Wien)unter der redaktionellen Leitung Raimund Zoders, Karl Magnus Kliersund Leopold Schmidts unter dem Titel Volkslied- Volkstanz- Volksmusikneu herausgegeben, ein Vorhaben, das 1949 abgebrochen und ab 1952,in ähnlicher redaktioneller Besetzung, als Jahrbuch des 1946 durch dasBundesministerium für Unterricht neubegründeten ÖsterreichischenVolksliedwerkes wieder aufgenommen wurde. Und ebenfalls anno 1947bereitete der Verein für Volkskunde die Herausgabe des 50. Bandes seinerZeitschrift, die 1895-1918 als Zeitschrift für österreichische Volkskunde,1919-1944 als Wiener Zeitschrift für Volkskunde firmiert hatte, als nunmehrÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde vor- ein neuer Titel, der, sowenig modifiziert er auf den ersten Blick auch scheint, doch die Program-matik einer Gesamtwandlung( N. N. 1947, 7) des Faches signalisiert.In dieser spiegelt sich die diachrone Modifikation des Österreichischen,das vor 1918 als ein auf ein geographisch- staatliches Gebilde zielender,pluriethnische Buntheit subsumierender Begriff nationaler Konnotationentbehrte und solcherart damals einer österreichischen Volkskunde vonselbst und nothgedrungen[...] die vergleichende Erforschung und Dar-stellung jener bunte[ n] Fülle von Völkerstämmen, welche wie in einemAuszug die ethnographische Mannigfaltigkeit Europas repräsentiert zur

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