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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Ingo Schneider

Jahre 1813( Geramb 1928). Sein Verfasser, der in Klagenfurt geboreneJohann Felix Knaffl( geboren 1769), war österreichischer Beamter undals solcher einige Jahre als Kameralverwalter im obersteirischen BezirkFohnsdorf tätig. Der Versuch hielt sich genau an den von Erzherzog Jo-hann ausgesandten Fragebogen. Von den insgesamt ca. 90 Fragen wurdenzwar nur 41 beantwortet, diese allerdings sehr ausführlich. Nach einemkurzen topographisch- statistischen Teil deckt die Beschreibung Knafflssämtliche Bereiche der Volkskultur ab. So behandelte er ausführlich As-pekte der Volksmedizin, des Volkschauspiels mit vollständigen Textwie-dergaben eines Weihnachtspiels und eines Paradiesspiels, der Volksmusikund des Volkstanzes. Hier gibt er nicht nur die Stimmung der Instrumente,sondern auch eine ganze Reihe von Notenbeispielen wieder. Interessantist auch die genaue Darstellung des Tagesablaufs in einem bäuerlichenHaushalt. Aufs Ganze gesehen stellt die Knaffl- Handschrift ein frühes,wertvolles Beispiel einer regionalen Volkskunde dar. Den Entwicklungs-gang unseres Faches konnte sie aber nicht unmittelbar beeinflussen, dasie erst über 100 Jahre nach ihrer Fertigstellung im Druck erschien. Die Knaffl- Handschrift vermittelt einen guten Einblick in den volkskund-lich- statistischen Ansatz des österreichischen Erzherzogs Johann, dessenHauptinteresse an Land und Leuten weniger der besseren Regierbarkeitder Untertanen als der Dokumentation und Erhaltung von Volkskulturan sich galt. Aus dieser Perspektive sind auch die Bemühungen Johannszur Pflege der Trachten und Erhaltung des Volksliedes zu sehen. Geradediese bewahrend- pflegerischen Neigungen ließen den österreichischenErzherzog zu einem typischen Vertreter der österreichischen Volkskundewerden.

Leopold Schmidt bezeichnete den nun noch zu behandelnden Zeitraumvon ca. 1815 bis 1848 als glänzendste Epoche der österreichischenVolkskunde"( L. Schmidt 1951, 63) und gab im entsprechenden Abschnittseiner Geschichte der österreichischen Volkskunde ein detailreiches Bildder volkskundlichen Aktivitäten jener Zeit. Heutigem Urteil vermag seineEinschätzung nicht standzuhalten. Denn neue Erkenntnisse oder Fortschrit-te in theoretischer und methodischer Hinsicht brachte jene Epoche kaum.In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelangte einerseits die in derTradition der Auf- klärung stehende statistische Topographie, die bereitsEnde des 18. Jahrhunderts in Lorenz Hübner und J. Rohrer herausragendeVertreter gefunden hatte, zur vollen Entfaltung. Volkskundliche Betrach-tungen fanden, eingebunden in umfassende landeskundliche Beschreibun-gen, ihren Platz. Als Beispiele können für Oberösterreich die fünfbändigeGeschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Österreich ob

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