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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Ingo Schneider

von beiden für die frühe österreichische Volkskunde wichtige Werke schuf.Der in Wien geborene und dort auch verstorbene Josef Rohrer( 1769-1828) verband in seinen in jungen Jahren verfaßten Schriften Elementeder Reiseschriftstellerei mit dem Streben nach Systematik und Exaktheit,wie es die neue Wissenschaft der Staatenkunde oder Statistik auszeichnete.Durch den Beruf seines Vaters, eines Beamten der Monarchie, kam ernach Innsbruck, trat selbst in den Staatsdienst ein und war zunächst alsKreisamtsbeamter in Bregenz tätig. Hier entstand seine erste, viel zitierteStudie Uiber die Tiroler. Ein Beytrag zur österreichischen Voelkerkunde( Rohrer 1796). Das schmale Bändchen zeigt bereits die in den späterenSchriften beibehaltene Systematik bzw. den wissenschaftlichen Ansatzdes Autors. Ausgehend von anthropologischen Beobachtungen( Kap. I:Körperliche Beschaffenheit der Tiroler) gelangte er zur Darstellung derErwerbsgrundlagen( Kap. II: Betriebsamkeit der Tiroler). Dabei ging erunter anderem ausführlich auf die verschiedenen Formen temporärer undzeitlicher Auswanderung in Tirol und Vorarlberg ein, deren Ursachen erzu Recht im Miẞverhältnis von Bevölkerungswachstum und Bodenerträ-gen bzw. alternativen Beschäftigungsmöglich- keiten erkannte( Rohrer1796, 16ff.). Das dritte Kapitel handelt vom Kunstsinn der Tiroler".Hier verband er, was im ersten Moment vielleicht etwas merkwürdigerscheinen mag, aber sicher mit Bedacht geschah: Beispiele bäuerlichenErfindungsgeistes wie z. B. ein Wasser getriebenes Butterfaß oder eineebenso angetriebene Dreschmaschine mit der Darstellung herausragenderPersönlichkeiten in Kunst und Kultur des Landes. Die Absicht ist klar.Der Tiroler" sollte als vielseitig begabter Menschenschlag vorgestelltwerden. Die beiden letzten Kapitel Denkart der Tiroler und Charakterder Tiroler gelten an sich beide dem Volkscharakter, wobei hier einigesüber abergläubische Vorstellungen und Bräuche einfließt. Nach seinerÜbersiedlung nach Lemberg legte J. Rohrer dann 1804 in rascher Folgegleich fünf volkskundlich- völkerbeschreibende Bücher vor, von denendrei ausschließlich den Völkern der Monarchie gewidmet waren. Jeweilsin eigenen Bänden handelte er über die deutschen, slawischen und jüdi-schen Bewohner des österreichischen Kaiserreichs und ging dabei immernach demselben, gegenüber seiner Studie über die Tiroler allerdings etwasausgebauten Schema vor. Nach einer allgemeinen Übersicht über die jewei-ligen Volksgruppen folgten Abschnitte über Körperliche Beschaffenheit,Nahrungs-, Kleidungs-, Beschäftigungsart, Kunstsinn, Denkart, Religionund sittlichen Charakter( Rohrer 1804). Auch bei Josef Rohrer vermissenwir Auskünfte über seine Erhebungsmethoden und Quellenangaben. Den-noch hat er offensichtlich auch aus eigener Anschauung berichtet. Rohrer

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