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Polnische Volksmärchen
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gierde sofort den Tod herbeiführt. Als Beweis hiefür erzählt man folgen-den Vorfall:

Ein Bauer, der sich vergewissern wollte, ob seine Ochsen wirklichmiteinander sprechen, ging am heiligen Abend um Mitternacht in denStall und stieg auf den Dachboden. In diesem Augenblick sagte ein Ochse:,, Christus ist geboren!" ,, Jawohl," sagte ein zweiter Ochs ,,, doch wirwerden sogar morgen, an diesem so heiligen Tage, arbeiten müssen.",, Warum denn?" fragte der erste Ochs. ,, Weshalb fragst du erst? unserHerr wird doch in einer Weile sterben und wir müssen ihn morgen aufden Kirchhof fahren." Der Bauer stieg vom Boden herunter, nahm vonseiner Frau und von seinen Kindern Abschied und starb nach kurzer Zeit.Die Ochsen fuhren seine Gebeine auf den Kirchhof.

Von einem Manne, der seiner Frau gehorchte¹).

Es lebte einst ein Bauer; er wirtschaftete gut, wurde aber von seinerFrau zugrunde gerichtet. Es fuhren einst Soldaten auf Manöver. Siekamen in das Dorf, in dem der Bauer von seiner Frau zugrunde gerichtetwurde. Der Wachtmeister nahm bei ihm Quartier. Er übernachtete eineNacht in seinem Hause, wobei sich die Frau des Bauern mit ihm bekanntmachte. Der Wachtmeister redet ihr zu: ,, Überrede deinen Bauern, daßer das Grundstück verkauft. Da nimmst dir dann das Geld und wir fahrerbeide zusammen in die Welt und bleiben immer beisammen." Am folgen-den Tage redet die Bäuerin ihrem Manne zu, er solle doch das Grundstückverkaufen; sie müßten schwer arbeiten und hätten nicht viel davon,sie könnten sich anderswo ein größeres Grundstück dafür kaufen, wo esihnen vielleicht besser gehen werde wie hier. Der Bauer gehorchte seinerFrau, verkaufte das Grundstück, legte das Geld auf den Tisch und sprachzu der Bäuerin: ,, Komm' jetzt mit mir und kaufe das Grundstück, von demdu erzählt hast." Nach diesen Worten verließ er das Zimmer und gingins Stübchen. Die Frau ergreift schnell das Geld und eilt dem Wacht-meister nach. Sie holte ihn im nächsten Dorfe ein und gab ihm das Geldfür das Grundstück. Der Wachtmeister nahm die Bäuerin aufs Pferdund sie ritten beide weit in die Welt. Der Bauer wußte nichts von alle-dem. Er grämte sich um das Geld, um das Grundstück, um die Frau undglaubte, sie habe sich vielleicht aus Kummer das Leben genommen. Erdenkt nach, was er tun soll. Zum Glück hatte der Bauer einen Bruder,der ein sehr reicher Herr war. Zu diesem begab er sich und bat ihn, ihmin seinem Kummer einen Rat zu geben. Er erzählte seinem Bruder alles:wie ihn seine Frau überredet habe, das Grundstück zu verkaufen. Dashabe er auch getan und nun besitze er weder das Grundstück, noch dasGeld, noch die Frau und wisse selbst nicht, was er tun solle. Hieraufantwortet ihm der Bruder: ,, Warum bist du nicht eher zu mir gekommen

1) Das Märchen stammt aus Przebieczany, einem Dorf im Kreise Wieliczka, undist erzählt von Cercha in ,, Materyały antrop.- archeol. i etnogr.", Bd. I, Teil II, S. 56.