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Polnische Volksmärchen
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sprachen zu ihm: ,, Geh' in den Stall und such' dir das magerste Pferdaus." Er ging in den Stall und suchte sich das magerste Pferd aus. Eswar eine Stute; die sagte zu ihm: ,, Reiß dir aus meinem Schwanze Haareaus!" Er riẞ dem Pferde Haare aus, dann brachen sie auf. Der Teufelverfolgte sie. Sobald er Jaś ergreifen sollte, warf er ein Haar zur Erdeund es entstand ein großer Berg. Sie durchschritten den Berg. Bald hatteihn der Teufel wieder eingeholt und wollte ihn ergreifen. Er warf einHaar zur Erde, es entstand ein riesiger Sumpf. Sie durchschritten denSumpf. Jaś sprach zu der Stute: ,, Ich habe nur noch ein Haar!" DieStute entgegnete: ,, Wirf es hin!" Sie fuhren, fuhren und der Teufel sollteihn wieder fangen. Jaś wirft das Haar hin, es entsteht ein ungeheuresWasser. Kaum war das Pferd an den Rand des Wassers gekommen, sowurde es von den Wogen verhüllt. Der Teufel machte Kehrt. Jaś rittweiter. An einem Walde entlang gelangten sie auf eine Wiese. Da sprachzu ihm die Stute: ,, Steige jetzt herab und gehe weiter, ich wende michin andere Gegenden. Wenn du mich brauchst, so komm' auf diese Wiese,pfeife und ich komme zu dir¹)."

Jaś kam zu einem König und diente ihm als Lakai. Er nahm aberniemals die Mütze vom Kopfe, selbst wenn er, auch nicht wenn jemandzu ihm kam, er schlief sogar mit der Mütze. Der König wollte ihn deshalbfortjagen. Doch der Koch sprach zu Jaś: ,, Geh' und pflücke einige Äpfel,ich will einen Apfelkuchen backen." Jaś stieg auf einen Apfelbaum.Die Königstochter stand am Fenster und kämmte ihr Haar. Jaś bliebdie Mütze an einem Aste hängen. Er hatte goldenes Haar. Das sah dieKönigstochter, eilte hinaus und verlobte sich mit Jaś.

Einmal wollten die Soldaten den König ermorden. Jaś schickteseine Gemahlin zu ihrem Vater und ließ ihn fragen, ob er ihm zu Hilfekommen solle. Der König sagte zuerst: ,, Er will mir helfen?" Dannaber sprach er: ,, Gut, wenn er mir hilft und mich rettet, bekommt erdie Hälfte des Königreiches- hilft er mir aber nicht, so werde ich ihntöten." Jaś ging auf die Wiese, pfiff und die Stute kam gelaufen. Ersetzte sich auf sie, ritt zurück und tötete alle Soldaten. Der König schenkteJaś die Hälfte seines Reiches.

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Der Soldat und die beiden Bettler²).

Ein Soldat ging auf Urlaub und begegnete einen blinden Bettler amWege. Der Bettler bittet ihn um Almosen. Doch der Soldat sagt: ,, Bettler-chen, ich hab' selber nichts, ich bin ein Soldat, gehe auf Urlaub." ,, Ah,Ihr seid also ein Soldat; ich kann Euch einen Dukaten verdienen lassen.Ihr habt immer in Städten gelebt, könnt gut reden, geht zu unserem

1) Vgl. das Märchen ,, Von einem königlichen Schwager, der in ein Pferd ver-wandelt war".

2) Das Märchen stammt aus Dukli und Iwonicz im Kreise Krosno, und ist erzähltvon Gustawicz im ,, Lud", Bd. VI, S. 250.

Zeitschrift für österr. Volkskunde. XXIV. Ergänzungsband XIII.

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