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Polnische Volksmärchen
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Wojtek sah, rief er: ,, Seht, wie sie euch rufen!" Jetzt sprangen alle wieFrösche ins Wasser und ertranken bis auf den letzten Mann. Wojtekkehrte glücklich nach Hause zurück. Seit dieser Zeit meiden die Judendie Stadt, als wenn sie verpestet wäre. Denn sie fürchten, es möchte sievon neuem irgend ein Wojtek ums Leben bringen¹).

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Die Teufelsverschreibung²).

Ein König fuhr in die Welt hinaus um zu sehen, wie es den Bewohnernseines Reiches geht. Nicht weit von einem Walde bekam der König Durstund schickte seinen Diener nach Wasser. Dieser fand auch bald Wasser,konnte es aber nicht schöpfen, denn aus dem Wasser ertönte eine Stimme:,, Er soll selbst herkommen, dann bekommt er Wasser." Der Diener kamzu seinem König zurück und sprach: ,, Eure Majestät, allergnädigsterMonarch, ich erhalte kein Wasser, wenn Eure Majestät selbst hingeht,so kann sie von dem Wasser trinken." Der König stieg aus dem Wagen,ging zu dem Wasser, legte sich an den Brunnen und trank. Er blies sichnicht einmal den Schmutz zur Seite, sondern trank mit großer Gier.Und er hatte einen ziemlich langen Bart. Wenn nun ein bärtiger Mannaus einem Brunnen Wasser trinkt, so muß sein Bart ins Wasser tauchen.So geschah es auch mit dem Bart des Königs. Da wurde sein Bart vonjemandem festgehalten. Solange er trank, merkte er es nicht. Als erjedoch aufstehen wollte, sieht er sich festgehalten und vernimmt eineStimme, welche spricht: ,, Gibst du mir das, was dir in deinem Hauseunbekannt ist, so will ich dich loslassen³, 4)." Der König denkt nach:,, Als ich mein Haus verließ, war alles in gutem Stande und ich kann michnicht erinnern, daß ich irgend etwas Neues bekommen hätte." Deshalbantwortet er: ,, Ja, ich gebe es dir." Und der Teufel ließ ihn los. DerKönig lief zu seinem Wagen und gab dem Teufel keine Unterschrift. Schnellbestieg er den Wagen und fuhr weiter. Aber der Teufel überholte ihnbald und verwandelte die trockene Straße in einen Sumpf, so daß derKönig nirgends vorbeifahren konnte.

1) Dieses Märchen ist sehr verbreitet. Wir finden es in der Nähe von Miechówin Galizien mit nur ganz geringen Variationen. Vgl. Kolberg: Serya VIII, S. 188 ff.Auch in der Gegend von Rakutów und Bogusławice in Kujawien ist es bekannt. Vgl.Kolberg: Serya III, S. 190 ff.

a) Das Märchen stammt aus Przebieczany, einem Dorf im Kreise Wieliczka, undist erzählt von Cercha in ,, Materyaly antrop.- archeol. i etnogr.", Bd. I, S. 74 f.

3) Vgl. hiezu die Anmerkung 2 zu dem Märchen ,, Die Rosenstadt", hauptsächlichKolberg: Serya XIV, S. 35.

4) Der Brunnen, oder überhaupt Wasser, kommt als Wohnstätte verzauberterWesen öfter in den Märchen vor. So ist in einem Märchen aus Ruszkowo in Kujawienein Prinz in einem Brunnen als Schlange verzaubert. Die Schlange läßt keine derdrei Königstöchter aus dem Brunnen Wasser schöpfen, außer wenn ihr eine verspricht,seine Frau zu werden. Vgl. Kolberg: Serya III, S. 122 f. Oder in einem Märchen ausModlnica in Galizien ist es ein See, in dem eine als Frosch verzauberte Prinzessin wohnt.Vgl. Kolberg: Serya VIII, S. 6. Vgl. auch ,, Wisła", Bd. VII, S. 157. Anal