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Polnische Volksmärchen
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bock. Da ihnen das sonderbar vorkommt, gehen sie in die Schmiedehinein. Darin erblicken sie den Schmied, der über Knochen arbeitet,sie sammelt und zusammenrichtet. ,, Das ist schlecht von dir, Schmied,wenn du Menschen tötest! So sprachen die Gendarmen und führtenden Schmied ins Gefängnis. Am folgenden Tage sollte er gehängt werden.Da kam zu ihm der Teufel, der bei ihm gearbeitet hatte, und sprach: ,, Ichwill dich vom Tode befreien; du mußt aber den Teufel von der Wandherunternehmen und darfst ihn nicht mehr hauen." Freudig willigte derSchmied ein. Er ging nach Hause und der Teufel wurde aufgehängt.Nachts verschwand dieser vom Galgen.

Von einem Schmied, der den Tod und die Teufel täuschte¹).

Es war einmal ein sehr alter Schmied. Es wurde ihm überdrüssigauf dieser Welt zu leben und er sagt also: ,, Und wo ist der Tod, der michnicht holen kommt?" Bis eines Tages der Tod ihn wirklich holen kommt.,, Komm, Schmied," sagt der Tod ,,, denn du hast schon Leute genug aufdieser Welt in Versuchung geführt." Der Schmied saß gerade am Tischund aẞ Brot mit Butter aus einer hölzernen Büchse. ,, Sofort," sagt er,,, komme ich mit dir, steige nur in diese Büchse und bleibe dort sitzen,bis ich zurückkehre, ich will nur meinen Brüdern die Arbeit zuteilen,die sie verrichten sollen." Er begab sich in die Schmiede, schmiedeteeinen Reifen für die Büchse, kehrte dann zurück, beschlug die Büchseund warf sie auf das Wandbrett.

Er lebte ein paar Jahre. Wiederum wurde es ihm überdrüssig aufder Welt zu leben und er sagt zu sich: ,, Und wo ist denn der Tod, durmich nicht holen kommt?" Da erinnerte er sich, daß er den Tod auf demWandbrett hatte, ging hin und ließ ihn hinaus. Der Tod sprach: ,, Niemehr komme ich dich holen!"

Einige Male noch bat er den Tod, er möge ihn doch holen kommen.Schließlich kommt der Tod und sagt: ,, Komm, es ist schon Zeit mit dir,du hast schon genug altes Eisen geklopft, jetzt will ich dich klopfen.",, Sofort komme ich, warte nur, bis ich mir den Sarg hole." Er bringt denSarg, den er schon fertig hatte, und spricht zum Tod: ,, Zeige mir doch,wie man in dem Sarge liegen muß." Der Tod legte sich in den Sarg mitder Kehle nach oben und er hatte schon den Deckel bereit und deckteihn schnell zu. Dann trug er ihn ans Wasser und warf ihn hinein. DerTod schwimmt, schwimmt den Fluß hinab, bis ihn die Leute fingen, welcheglaubten, daß es ein Stück Holz ist. Als sie sahen, daß es ein Sarg ist,öffneten sie ihn mit Angst. Da dankte ihnen schön der Tod und versprach,daß derjenige, der ihn hinausließ, zehn Jahre länger auf der Welt lebenwird.

1) Das Märchen stammt aus den Beskiden aus der Gegend von Rabka und isterzählt von Kopernicki im ,, Zbiór wiad. do antrop. kraj.", Bd. XV, S.( 20).