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Polnische Volksmärchen
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Tage kocht man das Pech, in dem du ertränkt werden sollst. Nimm michund führe mich in die Nähe des Pechs!" So geschah es. Als der kleinsteBruder in das Pech springen sollte, trat das Pferd noch näher heran undzog die Hitze in sich. Das Pech wurde kalt und der Bruder stieg ganzmit Gold bedeckt aus dem Kessel. Der Kaiser dachte, er werde nochschöner werden und sprang auch in den Kessel. Das Pferd trat schnellheran, ließ die Hitze wieder los und der Kaiser wurde gebraten. DerDreißigste vermählte sich nun mit der Prinzessin und wurde Kaiser. DieBrüder aber ließ er von Pferden zerreißen¹).

Von einer Königstochter, die in der Macht von Teufeln stand²).

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Es war im Sommer. Auf einer blühenden Wiese standen zwei Bauernund stritten sich um eine goldene Feder. Die schrieb von selbst alles,was sich ihr Besitzer wünschte. ,, Die Feder," sagte der eine ,,, kommtmir zu, denn der sterbende Vater liebte mich besonders und vermachteim Testament alles mir; also gehört mir auch die Feder." ,, Es ist wahr,"entgegnete der andere ,,, daß dich der Vater zu meinem Schaden am meistenliebte und das Testament nur zu deinem Nutzen abfaßte, aber bedenkedoch, daß ich älter bin als du und wenn ich vom Vater nichts geerbt habe,so kommt mir doch wenigstens die Feder zu. Und wenn ich auch gleichtot hinfiele, will ich dir das Recht auf die Feder nicht abtreten." Werweiß, wohin der Streit geführt hätte. Zum Glück trat ein Wanderer zuihnen und forderte sie auf, sich nicht zu zanken, sondern die Angelegenheitvors Gericht zu bringen. Die beiden Brüder begaben sich nun in das nächsteStädtchen mit dem Vorsatz, sich auf das Urteil des Richters hin aus-zusöhnen. Derjenige, dem das Recht auf die Feder zugesprochen würde,sollte zu dem Wanderer zurückkehren, bei dem die Feder vorläufig zurück-gelassen wurde. Doch der Wanderer verdiente dieses unbegrenzte Ver-trauen nicht; denn kaum hatte er die beiden Brüder aus dem Auge ver-loren, so machte er sich auf die Beine und wanderte schnellen Schrittesweiter.

Eines Tages gelangte er in eine sehr große Stadt. Daselbst wohnteder König des Landes. Die Stadt war schön und gut bevölkert, dennochfühlte man von überall her Trauer und Wehmut wehen. Die Menschenließen traurig die Köpfe herabhängen, auf allen Kirchtürmen flattertenschwarze Fahnen, besonders viele aber wehten auf dem Königsschloß.Das machte den Wanderer neugierig. Darum fragte er einen Vorüber-gehenden nach dem Grunde der allgemeinen Trauer. Der Gefragte blickteden Wanderer von oben herab an und sprach: ,, Man merkt, daß du unsereStadt zum erstenmal siehst, da du von dem großen Unglück nichts weißt,

1) Vgl. ,, Das Märchen von den zehn Brüdern" und die Anmerkungen dazu.Das Märchen stammt aus Stawków im Königreich Polen und ist niedergeschriebenvon Udziela im ,, Lud", Bd. IX, S. 179 f.