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Polnische Volksmärchen
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zufällig noch ein Fisch kommt. Er sieht sich um, ein zerschlagener Fischnähert sich noch und spricht: Ich habe den Ring aufgezehrt und michdabei an einem Stein zerschlagen. Denn ich sah einen zweiten Fisch,der den Ring zuerst verschlingen wollte; doch ich überholte ihn, stießaber an den Stein." Nach diesen Worten übergab der Fisch den Ringdem Kater. 1 Es war schon der dritte Tag, seitdem die beiden Tiereihren Herrn verlassen haben. Der Hund sagt zum Kater: ,, Ich werdedir den Ring an den Schwanz stecken; denke daran, den Schwanz hochzu tragen, damit du den Ring nicht verlierst. Ich will hinter dir hergehen."So legten sie den ganzen Weg zurück. Sie gelangten zu dem König, heidem ihr Herr im Gefängnis saß, übergaben diesem den Ring und sprachen:Quäle dich nicht, lieber Herr, du hast uns vom Tode errettet, dafürhaben wir auch dich vor dem Tode bewahrt." Mit diesen Worten über-gaben sie ihm den Ring. Hoch erfreut steckte er den Ring an den Fingerund befestigte die Schnur um den Hals. Der Kater und der Hund be-trachteten ihren Herrn. Von den vielen Nahrungsmitteln blieb ihm nureine einzige Semmel und eine Flasche Wein übrig. Damit bewirtete erdie beiden Tiere.

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Dann drehte er den Ring um. Sechs Herren erschienen und fragtenihn: ,, Erlauchter König, was wünschest du von uns?" ,, Schaffet mirden Palast herbei, der am oder hinter dem Meere steht und marmorneMauern und ein goldenes Dach hat, und zwar dann, wenn er mit ihr imBette schläft." So geschah es. Als der ältere Lakai eingeschlafen war,nahmen die sechs Herren den Palast und trugen ihn fort zu dem Gefangenen., Wir haben getan, was uns der allergnädigste König befohlen hat", sprachensie zu ihm. ,, Tragt mich von hier fort", befahl ihnen der gefangene Lakai.Sie nahmen ihn, trugen ihn aus dem Keller und zerstörten diesen. DerLakai begab sich zum König, bat ihn um Verzeihung und führte ihn inden Palast. Dort sprach er: ,, Seht, mein König, Ihr sagtet, daß ichein Zauberer bin, dabei ist dieser der Zauberer und Ihr habt mich dafürin den Keller geworfen." Der König sah alles, geriet in Zorn und ließden älteren Lakai erschießen.

Der Dicke, der Lange und der Kluge¹).

In einem Dorfe lebte einst ein nicht besonders reicher Mann. Erhatte drei Söhne. Da starb ihm seine Frau und nach ein paar Jahren starbauch er. So blieben die drei Söhne allein. Da sagte der jüngste von ihnen:

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, Was sollen wir jetzt hier zu Hause tun? Wir müssen in die Welt gehenund einen Verdienst suchen." Und sie begaben sich auf die Reise undwanderten schon ziemlich lange. Sie hatten sich von zu Hause etwas Essen

1) Das Märchen stammt aus Wisła, einem Dorf im Fürstentum Teschen, und istniedergeschrieben von Malinowski in ,, Materyaly antrop.- archeol. i etnogr.", Bd. IV,Teil II, S. 31 f.