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Polnische Volksmärchen
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Lumpen und hob ihn vom Kopfe. Da zeigten sich seine goldenen Haare¹)und der König sprach zu dem Hirten: ,, Siehst du, du hast jemanden imHause und weißt nicht wen."" Und er nahm den Hirtenknaben bei derHand und führte ihn zu der Prinzessin. Die Prinzessin erkannte ihn sofort.Man kleidete ihn zuerst anders an und fragte ihn dann über alles aus.Er erzählte ihnen alles genau, wie es zuging, daß er die Riesen erschlugund alle ihre Reichtümer beherrschte. Da sagte zu ihm der König: ,, Dubrauchtest nicht einmal auf den gläsernen Berg zu reiten, auch so hastdu meine Tochter verdient." Und sogleich schickte er Boten in das Schloßder Riesen. Sie fanden dort alles, wie er gesagt hatte; die drei Zeichenvon der Prinzessin und die abgebrochene Säbelspitze brachten sie demKönig. Sogleich wurden Vorbereitungen zur Hochzeit getroffen.

Am Tage der Hochzeit wurde das Heer, welches in dem Schloß war,herausgeführt und alle Schätze wurden in die Stadt gebracht. SechsWochen lang feierte man die Hochzeit. Dann bestieg der Hirtenknabeden Königsthron und war für alle Leute ein sehr guter König. Und wenner noch lebt, dann regiert er glücklich, wenn nicht, dann zerfällt er wieandere Menschen in der Erde zu Staub.

Die drei Wunderdinge²).

Es hatte einst ein Herr auf einer Wiese ein Haus. Das Haus unddie Wiese war an einen Mann und eine Frau vermietet. In einer Nachtträumten die beiden. Sie sollten wählen, ob sie es in der Jugend gut undim Alter schlecht, oder ob sie es in der Jugend schlecht und im Alter guthaben wollen. Diesen Traum hatten sie drei Nächte hintereinander. Undso kamen denn die beiden Menschen miteinander überein, daß es bessersei, es in der Jugend schlecht und im Alter gut zu haben. Und in derzweiten Nacht verbrannte ihnen alles. Der Herr zürnte ihnen, weil er dachte,daß sie das Haus absichtlich angezündet hätten. Doch die Mieter ver-sicherten, sie hätten es nicht getan. Sie mußten das Haus von ihremeigenen Gelde wiederaufbauen. Sie bettelten Holz zusammen und erbautenein neues Haus; aber bald brannte es wieder ab; von neuem bettelten sieHolz zusammen und erbauten ein neues Haus. Nach einigen Nächtenaber brannte es wieder ab. Und sie baten wiederum um Holz; doch dieLeute wollten ihnen nichts mehr geben, denn sie meinten, die Mieterzündeten ihr Haus absichtlich an. Es gelang ihnen, das Haus noch einmalaufzubauen. Kaum war es fertig, so erschien ein böser Vogel und fraẞ

1) In einem Märchen aus Tomaszowice in Galizien hat der Gärtnerbursche goldenesHaar, der es ebenso wie in unserem Märchen durch Waschen in einer Quelle erlangthat. Die jüngste Tochter des Königs, bei dem der Gärtnerbursche in Dienst ist, siehteinmal, wie sich dieser das goldene Haar kämmt und heiratet ihn. S. Kolberg: Lud.Serya VIII, S. 53.

2) Das Märchen stammt aus Wisła, einem Dorf im Fürstentum Teschen, und isterzählt in ,, Materyaly antrop.- archeol. i etnogr.", Bd. IV, Teil II, S. 10 ff.