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Polnische Volksmärchen
Entstehung
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Fuß am Steigbügel so, daß die Spitze des Säbels abbrach und im Fuß undStiefel stecken blieb. Als er in sein Schloß zurückgekehrt war, setztensie ihn vom Pferde und bestrichen ihm den Fuß mit Salbe. Der Fuß heilteund es blieb nur eine ganz leichte Narbe an der Stelle, wo er zer-schnitten war.

Abends trieb er seine Schafe nach Hause. Der alte Hirt sagte zuihm: ,, Du Esel, du konntest heute was sehen. Das wird niemand jemalserblicken. Er sprang über drei Glieder Soldaten und entkam doch. Aberman verwundete ihn am rechten Fuß und so wird man ihn trotzdem er-kennen."

Der König und die Prinzessin warteten mit Sehnsucht, daß der Prinzsich bald ein finden wird. Doch davon war keine Rede. Der Hirtenknabehütete die Schafe. Die Prinzessin sah ihn einmal vom Fenster, als erseine Schafe nach Hause trieb und sagte zu ihrer Dienerin: ,, Dieser Hirten-knabe hütet die Schafe so gut, daß es eine Freude ist, ihnen zuzuschauen,wie sie springen. Aber er hat so schlechte Stiefel. Ich glaube, daß seinLohn klein ist, nimm die paar Dukaten und trage sie ihm hin, damit ersich neue Stiefel und eine neue Mütze kauft. Er soll mir nicht mehr mitdiesen Lumpen auf dem Kopfe herumgehen." Die Dienerin trug ihm dasGeld hin und wiederholte ihm die Worte der Prinzessin. Er nahm dieDukaten von ihr, warf sie im Zimmer den Kindern des Hirten hin undsprach: ,, Tululu, tululu, Kinder, spielt euch damit, denn in meinem Hausespielen die Kinder mit so etwas." Die Dienerin ging fort und erzählte dasder Prinzessin. Der Hirt und die Prinzessin hielten ihn für einen Dummen.Er hütete weiter die Schafe.

Der König sprach zu seinen Astronomen: ,, Suchet am Himmel zuerkennen, wo sich derjenige befindet, der von meiner Tochter die dreiZeichen nahm und ihr ein so kostbares Geschenk zurückließ." Die Astro-nomen prüften die Sterne und erkannten, daß es sich um einen könig-lichen Diener handelt, daß er das königliche Brot ißt. Da ließ der Königalle Fürsten, Grafen, Generäle und Adeligen untersuchen, aber man fandihn nicht. Der König ließ zum zweitenmal die Sterne prüfen und manerkannte, daß er sich im Hofe des Königs befindet und jeden Tag daskönigliche Brot iẞt. Zum zweitenmal ließ der König alle untersuchen,jung und alt. Aber umsonst. Der König verfiel in Sorgen. Der Hirten-knabe trieb gerade die Schafe nach Hause und der König sah ihm zu.Er begab sich sofort zu dem alten Hirten und fragte ihn: ,, Ist dein Hirten-knabe schon untersucht?" ,, Nein, durchlauchtigster König. Warumauch? Der Mensch ist ja halb verrückt. Die durchlauchtigste Prinzessinhaben ihm ein paar Dukaten für Stiefel geschickt und er hat sie meinenKindern ins Zimmer geworfen, wobei er sagte, daß in seinem Hause mitso etwas Kinder spielen. Und Sie sehen doch, wie zerlumpt er ist." DerKönig aber sprach: ,, Das ist gerade was Neues", ging zu dem Hirten-knaben und fragte ihn: ,, Was fehlt dir denn, daß du deinen Kopf so ver-bunden hast?" ,, Durchlauchtigster König," antwortete er ,,, es sind schonmehr als drei Monate, daß mir der Kopf weh tut." Der König faßte den