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Der Enterich kam mit dem Hemd und dem Schwert nach Hause,in sein Reich zurück, wo ihn seine Gattin fragte: ,, Mein lieber Gatte undKönig, hast du deine Sachen wiedererlangt?" ,, Liebe Gattin," ant-wortete er ,,, ich habe sie wieder erlangt, mußte aber vieles erleiden, eheich sie erlangte." ,, Mein Gatte und König" fragte sie weiter ,, waswillst du jetzt mit ihm, dem Feinde, tun?" ,, Was sollt' ich mit ihm tun?Den Krieg erkläre ich ihm, lasse einige wilde Pferde fangen und nehmesie mit in den Krieg. Und wenn ich den Feind und seine Frau ergreife,binde ich jeden an ein Pferd an, lasse sie in den Wald laufen und die Pferdewerden sie in dem Walde totschlagen und verlieren, denn laufen werdensie nicht können."
Und er schrieb dem König, er solle sich zum Kriege stellen. Dieserversammelte ein großes Heer, weil er den König fürchtete, den er zer-hacken ließ. Er aber nahm nur eine Rotte Soldaten mit sich, das Hemdund das Schwert. Als er an den Ort kam, der zum Kampfe bestimmtwar, zog er sich das Hemd an und sprach: ,, Meine Kinder, seht ihr michoder nicht?" ,, Durchlauchtigster König, nein, wir sehen dich nicht!"antworteten die Soldaten. ,, Gut ist's", entgegnete er, zog das Schwertaus der Scheide und zählte sich das Heer auf, so und so viel tausend Reiter,so viele Kanonen, so viele Fußsoldaten. Und aus der Scheide kamenso viele Soldaten hervor und er konnte ein so großes Heer aufstellen, daßes die Erde nicht zu trager vermochte. Dann befahl er seinen Soldaten:,, Schlaget das feindliche Heer nicht tot, sondern ergreifet nur den Königund dessen Frau." Sie umzingelten das ganze Heer und fingen den Königund seine Frau. Zwei wilde Pferde wurden herbeigeführt. Der Königund die Königin wurden jeder mit den Füßen an den Schweif eines Pferdesgebunden. Die Soldaten schlugen dann auf die Pferde mit Peitschen einund trieben sie in den Wald hinein, wo sie den König und seine Frau er-schlugen und verloren. Und Hadam übernahm das Reich des Königsund hatte auch sein eigenes Königreich. Und wenn er noch am Lebenist, geht es ihm gut, denn er hat zwei Königreiche.
Der Hirtenknabe¹).
Es war einmal ein Hirtenknabe. Der setzte sich in den Kopf, aufWanderschaft zu gehen. Er ging in ein fremdes Land und als er in einegroße Stadt kam, nahm er sich vor, dort zu bleiben, wenn er eine Stellungbekäme. Er suchte den königlichen Hirten auf und erhielt bei ihm eineStellung als Hirtenknabe. Doch sagte er ihm sofort, daß er jeden Tagdreimal Fleisch essen will. Der Hirt versprach es ihm. Am ersten Tageließ er den Hirtenknaben sich ausruhen, er brauchte die Schafe nochnicht zu hüten. Am folgenden Tage gab er ihm eine große Herde Schafe
1) Das Märchen stammt aus der Gegend von Oppeln in Oberschlesien und ist er-zählt von Malinowski in ,, Materyaly antrop.- archeol. i etnogr.", Bd. V, Teil II, S. 217.